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Coach&Coach: Die Coachinglandkarte – Ein Bild deines Lebens

22. April 2022

In dieser neuen Folge von Coach&Coach beschäftigen Jan Gustav Franke und ich uns mit dem Werkzeug der Coachinglandkarte. Hier stellt ein Coaching Klient seine aktuelle Situation kreativ in bildlicher Form um. Wir erklären den Ablauf des Tools und den Nutzen für den Klienten – und auch für den Coach selbst.

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Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach heute mit einem ganz besonderen Schmankerl aus der Werkzeugkiste des Coachings. Und ich freue mich, heute darüber zu sprechen. Und zwar mit dir.

Björn
Björn Hallo, ja.

Jan
Ja, wir sprechen heute über die Coaching Landkarte, die innere Landkarte, was ein schönes Tool ist, was uns begegnet ist, unter anderem in der Coaching Ausbildung und das würden wir euch heute ganz gerne mal vorstellen. Auch ein bisschen darüber diskutieren, wie man es nutzen kann und was es vielleicht auch für Variationen im Zusammenhang gibt. Ja, hast du Lust, das mal zu erläutern, was es damit auf sich hat mit dieser Landkarte?

Björn
Ja, gerne. Am besten mache ich das mit meiner eigenen Erfahrung damit, wie das war, als ich das machen musste. Damals, als wir die Ausbildung gemacht haben. Die Aufgabenstellung war, wir bekamen ein Blatt Papier. Ich glaube, es war zwei oder so ein großes Blatt Papier weiß und jede Menge bunte Stifte. Und dann sagte unsere Ausbilderin Jetzt haben wir 20 Minuten Zeit, unsere aktuelle Situation, also unsere Situation, bildlich darzustellen. Macht mal! Und das klingt jetzt so lapidar. Aber in dem Moment, als ich vor diesem weißen Blatt sah, wusste ich überhaupt nicht, was ich machen soll. Also ich bin überhaupt kein Maler, ich bin da auch. Ich habe da auch kein Talent für. Ich kann Sachen nicht gut. Ich bin kein guter Zeichner, ich kann also wirklich nicht. Bei mir ist ein Kreis nie ein Kreis. Und ich saß also da, vor diesem weißen Blatt Papier und wusste gar nichts mit dem mit der Übung anzufangen. Wir haben das, glaube ich, auch relativ am Anfang der Ausbildung gemacht.

Björn
Das war eine der ersten Geschichten, die wir gemacht haben. Und dann saß ich da. So, und dann sagte dann die Ausbilderin noch ein paar Minuten später Also wenn da jetzt nichts kommt, weil ich glaube, es ging nicht nur mir so, macht man einfach die Augen zu. Und das erste Bild, das ihr im Kopf habt, damit fangt ihr an und das war dann für mich so der der Eisbrecher. Also in dem Moment hatte ich ein ganz klares Bild vom Kopf, ein Motiv und dann habe ich losgelegt und dann war es auch kein Problem. Also man soll seine aktuelle Situation in Bildern in einem Bild darstellen und möglichst ohne Schriftzeichen, also ohne Text. Und dann geht es danach in das Gespräch mit dem Coach. Und das Gespräch ist ganz spannend, weil der Coach wie so oft nichts hineininterpretiert, sondern das Gespräch so führt, dass der Coachee selber über dieses Bild reflektiert. Also in der Regel erstmal beschreiben Was sieht man da, was ist da dargestellt, was für eine Bedeutung hat das für den, für den Klienten?

Björn
Und dann fragt der Coach hoffentlich sehr gekonnt nach und ermöglicht eine ganz tiefe Form der Reflexion. Da habe ich das gut zusammengefasst.

Jan
Ja, auf jeden Fall. Und das kann sich dann also so darstellen, dass sich dann auch daraus tatsächlich so etwas wie eine Landkarte ergibt. Das können aber auch ganz andere Dinge sein. Ich erinnere mich an unterschiedliche Punkte eigentlich also an tatsächliche Landschaften mit Bergen, Flüssen, Hindernissen, Tälern und soweiter, die da beschrieben wurden, wenn man es in der Gruppe gemacht und auch die Gelegenheit gehabt, dann auch die anderen Werke dann da zu bewundern und uns auch erläutern zu lassen. Ich habe Dinge in Erinnerung wie die, wie wir so eine Haube, wie so eine Schneekugel, unter der dann einzelne Personen gesehen haben, vielleicht auch Partner oder Familie. Es gibt vielleicht Bilder, die mit Wasser zu tun haben, wenn man das Wasser bis zum Halse steht, wenn man irgendwo mit dem Boot unterwegs ist oder so was, sind Richtung einer Insel ganz viele unterschiedliche Dinge. Und ja, so ist im Grunde genommen auch diese Situation, diese innere Landkarte, die man da auch beschreibt, höchst individuell, was natürlich ein totales Überraschungsmoment ist, sowohl für den Coachee, für den Klienten als auch für den Coach selbst, weil man weiß ja auch nicht, was einem da erwartet.

Jan
Das heißt also, es ist sehr, sehr kreativ, es geht auch ein Stück weit auf die Gefühlsebene. Man holt also auch assoziativ Gedanken heraus und kann das dann einfach mal so auf sich wirken lassen, was da dabei herauskommt. Und das kann dann ganz erhellend sein in unterschiedliche Richtungen.

Björn
Die, die Fragen, die Fragen, die man da als Coach stellt, gehen ja auch in ganz, ganz verschiedene Richtungen. Können Farben eine Rolle spielen, die gewählt wurden, Relationen von Dingen zueinander, die Größenverhältnisse, die Größe des Werkes an sich auch. Ich erinnere mich, dass auch in unserer Runde, da Dinge sehr ausladend waren von einer. Zur anderen, ein anderes, ganz klein, nur in der Mitte. Manche Sachen. Manche haben ausgemalt, manche nicht. All solche Dinge werden dann so ein bisschen befragt, ob das eine Bedeutung haben könnte oder ob das vielleicht eine unbewusste Geschichte war, die aber vielleicht dann tatsächlich einen realen Bezug hat. Ist eine ganz spannende Veranstaltung, weil die, die wie du schon sagst, die, die das Ergebnis total unerwartet sein kann. So auf beiden Seiten. Und weil es doch einen sehr tiefen Einblick gewährt.

Jan
Genau. Und das ist es im Grunde genommen auch. Es ist ein tolles Tool, auch zum Einstieg in eine in eine gemeinsame Coaching Beziehung. Wenn es also auch darum geht, einfach mal ein Verständnis dafür zu bekommen. Also als Coach vom Coachee. Wie ist denn da überhaupt so diese innere Welt aufgebaut? Also mit was für Symbolen vielleicht auch arbeitet der Klient, die Klientin? Was? Wie sieht sich die Person selbst im Verhältnis zu anderen? Wie beschreibt es beschreibt die Person die Welt? Und so hat man eine tolle Diskussionsgrundlage. Es gibt auch Menschen, die auch wenn es jetzt mal um die Beschreibung der Situation geht oder so, die haben da vielleicht auch Schwierigkeiten. Ist jetzt gar nicht wertend gemeint, sich da zu öffnen oder das irgendwie zu formulieren und eigentlich auch aus sich selbst herauszubekommen, was eigentlich der Punkt ist, der sie tatsächlich ins Coaching gebracht hat. Und hier hat man natürlich eine ganz andere Ebene, die eben assoziativ ist, die, die bildlich ist und mit der man dann auch tiefer ins Gespräch kommen kann und über unterschiedliche Dinge sprechen kann.

Jan
Das kann Werte sein, es können Glaubenssätze sein, es können Emotionen sein. All das sind solche Dinge oder eben auch Aufstellungen, Themen und Beziehungen zu anderen Menschen, die da eben aufkommen können. Und ich hatte gerade darüber nachgedacht, das ist ja prinzipiell auch ein tolles Tool sein könnte, einfach in der in der Bearbeitung, also in der Eigenarbeit. Und dann habe ich auch noch so gedacht, ja, aber eigentlich ist es tatsächlich. Also es schöpft nicht das volle Potenzial aus, denn genau diese Fragen, die du gerade genannt hast, sind aus meiner Sicht die, die auch noch im Weiteren also noch eine ganz andere Wirkung entfalten. Also man hat, glaube ich, die Möglichkeit, mit dieser dieser inneren Landkarte selbst schon mal für sich ein Bild zu entwerfen. Und das kann auch schon etwas bringen. Aber ich glaube, gerade der Dialog ist es, der da noch mal besonders wirkungsvoll ist.

Björn
Ja, ja, genau. Und die Reflexion des Coaches selber. Also das ist das. Wir als Coach gehen dann ja auch so vor, dass wir die Wirkung des Bildes auf uns selber und das ist ja eine völlig andere Wirkung, weil wir ja auch in unserer eigenen Realitäts Konstruktion leben als eigene eigene Empfindungen, Werte und so was haben diese diese eigene Reflexion dann natürlich auch zu einer spannenden Diskussion führen kann und zu einer spannenden weiteren Reflektion auf der auf der Klienten Seite. Du sagtest gerade, das ist für den Einstieg ein super Tool. Ich finde, das ist vor allem dann gut, wenn ein Klient zu einem kommt und so etwas sagt wie Irgendwas stimmt nicht, aber ich weiß auch nicht genau was. Ich bin einfach unzufrieden gerade. Ich kann aber auch nicht genau sagen, warum und in welchem Bereich eigentlich. Und da kann über so eine Coaching Landkarte sehr viel Klarheit schon entstehen. Manchmal ist das sogar schon ein Tool, das die Lösung in sich hat. Also unbewusst kann einen kann ein Klient da eigentlich die Lösung auch schon gleich mit aufzeichnen?

Björn
Habe ich auch schon mal erlebt. Tatsächlich, dass die Lösung schon ein Teil der Coaching Landkarte war, müsste man nur darauf hinweisen.

Jan
Interessant ist auch in dem Zusammenhang, dass eben durch diese Fragen auch unter Umständen unbewusste Dinge zur Sprache kommen können. Das heißt, das kann auch durchaus der Fall sein, dass etwas aufgezeichnet wird, wo sich jetzt derjenige, der jetzt das Bild zeichnet, gar nichts dabei gedacht hat oder das nicht bewusst gemacht hat. Und durch die Fragen ergibt sich dann etwas oder eine neue Erkenntnis, dass sich dann etwas mit drauf gemogelt hat oder dass sich halt einfach neue Dinge verknüpfen. Dann werden Beziehungen oder Gedankengänge zusammengeführt werden, die dann wieder zu neuen Erkenntnissen führen.

Björn
Hm, ja, solche Sachen wie zum Beispiel ja so, so was wie wie eigentlich eine schöne Situation. Aber da ist dann ein kleines Element drin, was vielleicht gar nicht so bewusst als als Herausforderung wahrgenommen wird, zum Beispiel Länge eines Weges oder so was. Ein Berg, wie du gerade gesagt hast, oder ein Hügel, der, der vielleicht inzwischen unbewusst zwischen zwei Punkten gesetzt wurde, die aber eigentlich, was es zu überwinden gilt, was gar nicht. Bewusst war, dass das vielleicht als Herausforderung wahrgenommen wird. Da ist sehr, sehr viel Information drin.

Jan
Und dann gibt es natürlich auch in diesem Zusammenhang noch die Möglichkeit, auch diese Landkarte zu variieren, das heißt oder auch, sagen wir, im weiteren Verlauf zu nutzen. Das heißt, wenn es um die ist Situationen gibt, dann kann man die natürlich zu Beginn oder zu einem x beliebigen Zeitpunkt mal anfertigen. Man kann aber natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt entweder dann noch einmal darüber diskutieren und auch mit dem Coachee darüber sprechen. Ist das noch so gültig? Ist das noch die aktuelle Situation? Wenn man also noch mal da eine Ebene analysieren möchte, was sich vielleicht auch verändert hat, konkret am bisherigen Beispiel oder was auch interessant sein kann, ist, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt einfach noch mal diese Übung macht und dann noch mal vergleicht oder diese Bilder dann auch nebeneinander legt nach einer Besprechung, um dann darüber diese Verknüpfung herzustellen.

Björn
Beziehungsweise noch eine andere, ganz andere Variante wäre dann ja die Zukunfts Collage. Das ist dann der Blick nicht nur in das Jetzt, sondern der Blick in die Zukunft. Das ist eigentlich verwandt miteinander, so wie wir es kennengelernt haben. Auch in der Ausbildung ist es ja dann nicht mit Malen und Zeichnen, mit Stiften, sondern dass man sich tatsächlich Motive aus Zeitschriften oder Prospekten zusammensucht, die eine Wirkung auf uns haben, die wie wir uns in fünf oder in zehn Jahren, was wir da haben möchten. Es geht ja um die emotionale Reaktion auf ein bildliches Motiv wieder ohne Text. Und das ist ja eigentlich auch eine abgewandelte Art von von Coaching Landkarte.

Jan
Oder? Ich kann es entweder auch als Landkarte selbst zeichnen und ich kann es als Collage machen. Das ist auch sicherlich Geschmacksache oder mal eine Abwandlung. Aber grundsätzlich kann man natürlich auch mit dieser Coaching Landkarte und damit der Situation auch unterschiedliche Punkte verknüpfen. Und man kann auch die Situation verknüpfen auf einem Bild mit dem Zukunftsbild, dass man sagt Die Welt Wenn Sie das jetzt bildlich darstellen würden, wie würde das denn aussehen, wie würde das eine zum anderen führen können? Oder wo sehen Sie oder wie sehen Sie da diese Zukunft Situation? Das heißt also, es gibt hier ganz, ganz viele unterschiedliche Anwendungsmöglichkeiten, wie man das hier auch nutzen kann. Und es ist vielleicht auch etwas, was mal was ganz anderes ist, als man für gewöhnlich tut. Denn wir sind ja gewohnt, ich zumindest auch im beruflichen Alltag oftmals relativ analytisch zu sprechen, sehr faktenbasiert unterwegs zu sein, abzuwägen und so weiter und so fort. Und dann halt eben Einschätzungen zu treffen, meine Ziele zu formulieren und hier auch einfach mal über eine bildliche, kreative Ebene zu kommen, kann auch noch mal einen ganz, ganz frischen Wind mitgeben und auch noch mal einfach Spaß machen.

Jan
Also auch das ist ein wesentlicher Aspekt dabei auch vielleicht noch mal den Kopf frei beim letzten Mal gesprochen über das Thema Tagebuchschreiben. Da waren wir über die Schriftform unterwegs, hier jetzt eher graphisch. Auch da kann es natürlich ganz interessant sein, hier mal Gedanken, Situation, Situation einfach mal bildlich darzustellen, diese Bilder mal runter zu zeichnen mit den Möglichkeiten, die man so hat als Picasso.

Björn
Und das ist ja und das ist so ein ganz entscheidender Punkt, glaube ich. Also wenn wir jetzt einen von unseren Zuhörern motiviert haben, das einfach auszuprobieren, wäre es ja schön. Aber ich glaube, ein entscheidender Punkt ist, dass man hier nicht wertend unterwegs ist. Es geht ja nicht darum, dass man da jetzt ein Meisterwerk hin zaubert. Ich habe es ja schon gesagt. Mich hat das tatsächlich auch gehemmt anfangs, weil ich dachte, ich kann überhaupt nicht malen. Da kann natürlich ein innerer Kritiker sein, der ganz laut schreit Das kannst du nicht. Das sie durchaus, aber darum geht es nicht. Und selbst wenn es dann so ist, dass man sich deswegen schwer tut und da irgendwie nichts zu Papier bringt, weil da etwas in uns ist, was immer sagt nee, nee, nee, ist das ja auch schon wieder eine Art von Ist Zustands Reflexion, weil dann scheint es da ein Thema mit dem inneren Kritiker zu geben, das sehr, sehr stark ist zurzeit. Und auch das kann schon wieder der Einstieg in eine in eine Verbesserung sein.

Björn
Also das Tool beherrscht so viel, umfasst so viel, was möglich ist. Und wenn jetzt das jemand selber ausprobieren möchte. Also es geht nicht darum, besonders hübsch, besonders perfekt, sondern einfach nur seinen sein, seine Bilder, die in einem wachsen zu Papier zu bringen.

Jan
Ja, richtig.

Björn
Ja, also, es wäre schön, wenn wir euch motiviert hätten, das mal auszuprobieren. Wie schon gesagt, hat also die wirkliche Wirkung die volle Wirkung entfaltet, dass tatsächlich glaube ich, eher in der Reflexion, dann mit einem Coach. Aber es kann einem auch selber schon eine Menge über die aktuelle Situation verraten, wenn man für so was offen ist. Wir hoffen, die Folge hat euch. Wir hoffen, ihr bleibt uns gewogen. Kontaktdaten gibt es wie immer in der Podcast Beschreibung oder auf unseren Homepages. Wir freuen uns über Anregungen zu Themen oder Kommentare und Nachfragen zu schon abgedrehten Folgen. Und ich sage ganz lapidar wie immer Bis bald und schau! Und der Jan formvollendet wie immer.

Jan
Auf Wiederhören.

Björn
Tschüss.

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