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Eine App ist nie die Lösung – Toolitis

5. November 2022

Toolitis – was soll denn das sein?

Vielleicht kennt ihr das auch: Man selbst – oder ein Kollege – startet alle paar Woche mit einer neuen App, die die Rettung bringen soll. Endlich produktiver, endlich nichts mehr vergessen, alles wegen einer neuen App. Dies wiederholt sich immer wieder, bringt nicht das gewünschte Ergebnis und der Frust steigt und steigt.

In dieser Podcast-Folge beschäftige ich mich mit Toolitis:

👉🏻warum eine App nie die Lösung ist

👉🏻wo häufig die tatsächlichen Ursachen für Toolitis liegen (Prokrastination, Perfektionismus)

👉🏻wie man sich helfen kann, wenn es an Priorisierung hapert

👉🏻wie die Eisenhower Matrix helfen kann

+++

Links & Kontakt:

Buch Das Kind in dir muss Heimat finden (Affiliate-Link)

Die Eisenhower Matrix

Meine Ausbilderin: Dorothe Fritzsche

Ich freue mich über Anmerkungen und Themenwünsche in den Kommentarfunktionen. Natürlich sind auch – hoffentlich positive – Bewertungen toll ☺️

Hier die Transkription des Podcasts:

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Klarsicht dem Podcast mit mir Björn Bobach. Ich freue mich sehr, dass ihr dabei seid. Und heute geht es um das schöne Thema. Eine App ist nie die Lösung. Ja, was meine ich damit? Und warum beschäftige ich mich heute damit? Mir begegnet diese Situation sehr häufig in Business Coachings und die Leute, die mir schon etwas länger folgen, wissen, dass ich grundsätzlich der Meinung bin, dass man Business und Personal Coaching gar nicht strikt trennen kann. Und das ist tatsächlich auch ein gutes Beispiel dafür, weil die Ursachen davon liegen gar nicht so sehr im geschäftlichen Bereich meistens, sondern eher schon im persönlichen. Also was meine ich mit Colitis?

Also grundsätzlich ist das dieses Phänomen, dass es Menschen gibt, die im Beruflichen. Ein Tool, eine App nach der anderen benutzen, meist ohne Absprache mit ihrem Umfeld und darüber glauben ihre Produktivitäts Themen unter Kontrolle zu kriegen. Also zum Beispiel jeden Monat eine neue To Do Listen App, jeden Monat ein neues Kommunikations Tool, jeden Monat ein neues Projektplanung Tool. Und das geschieht oft relativ abrupt. Also es ist auf einmal der neue Heilsbringer da, der dann groß verkündet wird. Die Kollegen fühlen sich oft übergangen. Und je öfter das passiert, schwindet natürlich auch die Akzeptanz immer mehr. Es ist besonders dann problematisch, wenn das von den Vorgesetzten ausgelebt wird, wo man dann sich so ausgeliefert fühlt und wenn man das dann immer wieder mitmachen muss. Irgendwann werden diese Vorgesetzten dann eine wirkliche Blockadehaltung bei ihren Mitarbeitern erleben und dann kommen sie meistens auch zu mir als Coach und sagen Also irgendwie habe ich da anscheinend ein Thema. Meine Kollegen machen da einfach alle nicht mehr mit. Meine Mitarbeiter sagen, das geht so nicht mehr und ich weiß aber nicht, was ich anders machen soll, weil ich habe doch immer nur die beste App wiedergefunden oder die nächste beste App gefunden.

Ein weiteres Merkmal von Politik ist auch, dass es dann keine Konsequenzen der Nutzung der neuen Wunderwaffe gibt. Das wird dann eins zwei Tage durchgezogen und dann wird von dem, der es selbst initiiert hat, das eigentlich ganz schnell wieder vernachlässigt und man fällt wieder in alte Muster zurück. Und weil es dann keine Verbesserung gibt, schiebt man dann die Verantwortung dafür auf. Das Tool guckt gar nicht erst in sich selbst rein, sondern das Tool ist schuld. Das Tool sorgt dann eigentlich für das Problem. Und wegen des schlechten Tools hat man sich auch nicht verbessert oder hat immer noch die alten Probleme. Also muss ein neues Tool her, das dann die vermeintliche Rettung darstellt. Ich glaube, fast jeder von euch, der mir hier zuhört, kennt jemanden, der das so hat. Oder vielleicht betrifft es euch ja auch selber und vielleicht leidet ihr da auch schon drunter, weil es eigentlich immer wieder so ist, dass ihr euch die Hoffnung macht. Jetzt habe ich was gefunden, das wird mich richtig nach vorne bringen und dann ist die nächste Enttäuschung schon wieder da.

Und meine Nachricht heute für euch ist Das Tool ist nicht die Lösung. Die App ist nicht die Lösung. Die Ursache liegt ganz woanders. Und es gibt da eigentlich in meinen Coachings zwei große Themenfelder. Das eine ist erst mal etwas ganz Pragmatisches und das ist die Priorisierung, die schlechte Priorisierung von Aufgaben. Und das kann man auch ganz schnell, ganz handwerklich gut in den Griff kriegen, indem man mit den jeweiligen Coachees einfach mal über die Eisenhower Matrix spricht. Und das habt ihr vielleicht auch schon mal gehört und Eisenhower hat das selber tatsächlich. Also der ehemalige US Präsident hat das selber tatsächlich auch so gelebt. Der hat die Aufgaben, die er zu tun hatte, auf einer Skala jeweils nach Dringlichkeit und nach Wichtigkeit sortiert. Und je nachdem wo er auf dieser Skala die Aufgaben dann angesiedelt waren, entschied sich dann auch die Reihenfolge in der sie abgearbeitet wurden. Wenn ihr jetzt beim Zuhören hier schon sagt ich verstehe den Unterschied zwischen dringend und wichtig nicht oder ich habe das noch nie gemacht, kann ich euch nur sehr ans Herz legen.

Google das mal Eisenhower Matrix setzt euch damit auseinander und das kann schon wahnsinnig viel bewirken, wenn man sich wirklich darüber im Klaren ist, was ist wirklich dringend und was ist eigentlich aber wichtig? Und dann gibt es natürlich auch bei den Wichtigen wieder Dinge, die auch noch gleichzeitig drinnen sind. Und das sind dann die Sachen, die ihr zuerst anpackt und dann geht es eigentlich in der Reihenfolge wichtig. Und dann gibt es da so eine Kaskade nach unten, das ergibt sich dann fast schon von selber. Also das ist das eine. Priorisierung und das andere, viel, viel größere Thema ist Prokrastination bzw Aufschieberitis, wie es auch manchmal im Internet so genannt wird. Also die Vermeidung von tatsächlichem Handeln, das Aufschieben von Handeln, von einem Handeln, von einem aktiven Umgang mit einer Thematik. Und das ist sehr schmerzhaft, wenn man davon betroffen ist, weil man eigentlich immer wieder gute Ideen hat, weil man immer wieder meint so und so, das möchte ich machen oder so möchte ich es machen und man kommt nicht in die Pötte, wie wir im Ruhrgebiet hier sagen.

Man kommt nicht vom Startblock weg. Und was sind die Ursachen? Ich habe in meinen Coachings dafür eigentlich zwei ganz große Themen. Das eine sind Perfektionismus. Das eine ist Perfektionismus, also ein sehr hoher. Und ich will es gleich sagen zu hoher Anspruch an sich selbst. Also dieses Verlangen, es wirklich perfekt zu machen, keine Fehler zu machen, sich selbst keine Fehler einzugestehen. Und das andere sind negative Glaubenssätze, also Dinge wie innere Stimmen, die einem sagen Du wirst es eh nicht schaffen, du machst es nicht gut genug, du machst dich lächerlich, du bist dafür nicht gemacht. Solche Sachen, die halten uns davon ab, Dinge wirklich zu tun. Und je nachdem, wie reflektiert ihr seid oder man selber ist, wird man so was immer mal wieder erleben. Weil wir haben alle auch negative Glaubenssätze. Das ist jetzt also gar kein Makel, der der Menschen irgendwie ausgesondert, sondern das ist tatsächlich etwas, was fast jeder hat. Nur manche haben es halt sehr, sehr stark. Und wenn das der Fall ist, also wenn man unter Prokrastination leidet und diese negativen Glaubenssätze in einem davon einen davon abhalten, ins Tun zu kommen, dann hilft kein Tool der Welt.

Dann hilft auch die Eisenhower Matrix nicht. Dann hilft auch kein Prinzip, dann hilft auch nicht ein tolles Vorbild aus dem Internet. Irgendein Guru, der einem sagt Hier mach es mir nach und dann wirst du auch erfolgreich. Dann hilft es nur, an diese Glaubenssätze wirklich ranzugehen. Und das ist eine intensivere Arbeit. Da kann ich euch nur ans Herz legen, dass ein Coach da wirklich gut helfen kann. Weil diese Sätze haben ihre Wurzeln in der Regel in der Vergangenheit und in einer Vergangenheit, in die wir manchmal nicht so gerne hinschauen. Das ist in der Regel die frühere Kindheit. Und jetzt bitte keinen Schreck kriegen. Das würde jetzt nicht heißen, dass die Eltern schuld sind. Also Eltern Bashing mache ich überhaupt nicht, darum wird es hier überhaupt nicht gehen. Aber das sind schon Dinge, die wir als Kind irgendwie mitbekommen haben. Also das kann alle möglichen Gründe haben in Schlüsselmomente, wo man vielleicht abgelehnt wurde oder wo man vielleicht nicht gelernt hat, Fehler zu akzeptieren, wo man vielleicht ein Vorbild hatte, auch das ein fast nahezu unerreichbar scheint und dann auch als Erwachsener immer noch ist.

Es kann auch das Thema sein, dass man zum Beispiel ein Geschwister Teil hatte, das in den höchsten Tönen gelobt wurde, was man sowieso nie erreichen konnte als jüngeres oder älteres Geschwisterkind. Also solche Sachen begegnen mir im Coaching immer wieder. Und wenn man sich darüber einmal bewusst wird und das auch rationalisiert, also diesen Glaubenssatz rationalisiert und ihn in Frage stellt, kann man aus dieser Prokrastination wirklich ausbrechen. Das habe ich jetzt schon sehr häufig beobachtet, dass das pure Bewusstsein, wo es herkommt und was die Ursachen dafür sind, schon ausreicht, aus dem Prokrastinieren auszubrechen. Und auf einmal, das ist das Tolle, wird die App völlig unwichtig. Auf einmal ist das Tool völlig egal. Und durch den durch diese Beseitigung von dem Glaubenssatz wird eine ungeheure Energie freigesetzt. Ein Buch, das ich euch dazu empfehlen kann, was Glaubenssätze angeht, ist eines meiner Lieblingsbücher. Tatsächlich, das ist das Kind in dir muss Heimat finden von Stefanie Stahl. Da geht es um dieses große Thema das innere Kind. Da werde ich bestimmt auch noch mal eine eigene Podcastfolge zu machen.

Und ich möchte euch nur die Angst nehmen. Das ist also kein psycho Wischiwaschi. Das ist unheimlich anschaulich geschrieben. Ich verlinke das auch noch mal unten in der Podcast Beschreibung und da kann ich nur sagen, das macht total Spaß, auch so ein bisschen zu verstehen, warum habe ich diese Themen eigentlich und warum gerade ich vielleicht in manchen Situationen immer wieder aus dem Häuschen und Und zum Thema zurückzukommen Warum komme ich nicht ins Tun? Mich würde natürlich total interessieren, ob ihr damit auch schon Erfahrungen gemacht habt bzw wie ihr das geschafft habt aus dieser Juliettes auszubrechen. Wenn ihr meint das war der beste Platz dafür sind die Kommentare unter diesem Podcast und ich würde mich auch total über Nachrichten per Email freuen. Die Kontaktdaten wie immer auch unter diesem Podcast in der Beschreibung der Podcast Klarsicht Lieb von euch! Ich freue mich über Themen, Anregungen und Wünsche, was Themen angeht. Ich sage bis zum nächsten Mal, bleibt mir gewogen und bis bald.

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