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Coach&Coach: Achtsamkeit

4. March 2022

Fast in jeder Folge haben wir bislang den Begriff Achtsamkeit erwähnt – da wird es Zeit, sich nun endlich auch damit auseinanderzusetzen. Jan Gustav Franke und ich sprechen über die Wirkung (auch auf uns persönlich) und wie man Achtsamkeit nachhaltig erlernen und trainieren kann.

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Hier die Transkription des Podcast:

Björn
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Coach und Coach mit mir Björn Bobach und Jan Gustav Franke. Hallo!

Jan
Hallo Björn, wir sprechen heute über einen Begriff oder eine Thematik, die wir in fast jeder Folge schon erwähnt haben. Also der Begriff fällt fast ständig, wenn wir beide uns unterhalten und es ist die Achtsamkeit und wir haben uns dann gedacht, dann wollen wir in einer speziellen Folge uns mal nur diesem Thema widmen. Das ist ja auch ein Begriff, der einem an jeder Ecke entgegenschlägt. Achtsamkeit ist vor. Ich weiß gar nicht, wie lang es jetzt her ist, aber vor einigen Jahren auf einmal sehr populär geworden. Und alle fing an, Achtsamkeit zu trainieren. Januar Kannst du dich erinnern, wann Luna das erste Mal dich aktiv mit beschäftigt hast?

Jan
Ich glaube, das erste Mal aktiv habe ich mich damit beschäftigt, als ich im Studium ein Buch gelesen habe, was da hieß Meditation für Dummies. Und genau da bin ich das erste Mal zum Thema Achtsamkeit Achtsamkeitsmeditation gekommen oder habe mich damit auseinandergesetzt und habe erst mal was Meditation angeht, überhaupt gar nicht verstanden, warum man permanent auf seinen Atem achten soll, auf seine Atmung. Das hat sich mir zunächst nicht erschlossen. Irgendwann kam das dann. Aber das war vielleicht mein erster Berührungspunkt mit dem Thema Achtsamkeit. Also bewusst, sagen wir mal so auch mit dem Begriff verbunden.

Jan
Ja, genau. Konkret ja.

Björn
Ja. Und bei dir wurde also ich glaube das erste Mal damit konfrontiert. War ich tatsächlich auch im Studium und das ist bei mir ja ein paar Jährchen länger her als bei dir. Da hat ein Schauspiellehrer sich noch darstellende Kunst studiert. Habe mal zu uns gesagt, wir sollen uns mal einen Tag lang beobachten. So hat er damals gesagt, da gab es diesen Begriff glaube ich auch noch gar nicht. Was unsere Atmung angeht, da ging es auch um die Atmung. Da habe ich einen ganz spannenden, ganz spannendes Erlebnis gehabt, weil ich dann gemerkt habe, dass wenn ich im Supermarkt an der Kasse stehe und auf mein Wechselgeld warte, dass ich dann die Luft anhalte.

Jan
Das erzählte er ja. Und rückblickend würde ich sagen Das war, glaube ich, das erste Mal, dass ich tatsächlich mit Achtsamkeit konfrontiert wurde, ohne dass es so genannt wurde. Das als den Begriff, glaube ich damals einfach so populär noch gar nicht gab. Und dann ist er mir das erste Mal so richtig begegnet. Tatsächlich auch während einer Krise. Die hatte ich ja auch schon mal erwähnt, dass ich vor einigen Jahren wirklich durch so ein richtiges Loch gegangen bin. Und da war ich dann quasi gezwungen, mich mit Achtsamkeit auseinander zu setzen. Und seitdem tue ich das aber auch sehr intensiv.

Jan
Sehr intensiv. Wie würdest du das beschreiben?

Björn
Sehr intensiv bedeutet, dass ich eigentlich jeden Tag mache. Das ist schon eigentlich ein Automatismus bei mir geworden, immer wieder innezuhalten bei besonderen Ereignissen, die auch wirklich zu spüren durchzulassen. Es klingt so esoterisch, aber das ist tatsächlich so, dass ich festgestellt habe, damals, als es mir nicht gut ging, dass auch die Dinge, die mir eigentlich Freude machten, normalerweise nicht mehr so richtig durchkam. Und das hatte einfach damit zu tun, dass ich, glaube ich, eine Weile relativ unachtsam durchs Leben gegangen bin. Hm, ja, und das ist bei mir eine gute Gewohnheit geworden.

Jan
Schön.

Björn
Vielleicht sollten wir als erstes mal erklären, was der Begriff überhaupt bedeutet.

Jan
Ja, Achtsamkeit ist, wie du schon sagtest, ein Modebegriff. Einerseits, aber andererseits hat sie eigentlich eine sehr, sehr lange Tradition, je nachdem, wo man unterwegs ist, und es findet sich wahrscheinlich sogar irgendwie in jeder Zivilisation in einer gewissen Art und Weise wieder. Ich glaube, richtig populär geworden ist es tatsächlich jetzt im 20. Jahrhundert, im Westen in Anführungsstrichen aus dem Transfer, aus dem Buddhismus als quasi, da diese Lehren etwas populärer wurden, auch im Westen, wo ja die Achtsamkeit eine relativ lange Tradition. Hat, bevor man reingeht, dann macht es Sinn, noch mal darüber zu sprechen Was ist denn Achtsamkeit eigentlich? Achtsamkeit ist ja grundsätzlich erst mal eine Form von Geistesgegenwart. Tatsächlich den Moment wahrnehmen und tatsächlich alles wahrnehmen, was da ist. Also das sind alle Dinge im Außen. Das ist, was wir sehen, was wir riechen, was wir hören, was wir fühlen, was wir schmecken. Man kann auch sehr achtsam essen, was wir fühlen, sowohl körperlich, aber auch was wir an Gefühlen fühlen, aber auch, was wir denken.

Jan
Das heißt also auch, unsere Gedanken wahrzunehmen und in einem weiteren Schritt vielleicht noch, um das noch zu sagen, in einem weiteren Schritt auch ein Stück weit die. Wahrnehmung dessen, was da ist, also auch inklusive Gedanken, ohne das Jetzt im ersten Schritt zu bewerten und auch in den nächsten Schritt, ohne sich damit persönlich zu identifizieren. Das heißt. Ich bin nicht das, was ich wahrnehme. Ich bin aber auch nicht das, was ich denke. Und das ist etwas, das klingt erst mal ein Stück weit trivial. Ist aber glaube ich für viele Menschen. Doch eine Herausforderung, das so distanziert wahrzunehmen. Tatsächlich und vor allem durchgängig. Und das ist, glaube ich, auch die hohe Kunst bei diesem ganzen Thema. Also tatsächlich etwas zu kultivieren, das man relativ leicht in diesen Zustand achtsamen Zustand kommt.

Björn
Hmmm, also da können wir ja als erstes festhalten, dass Achtsamkeit eben nicht bedeutet, dass man jeden Tag eine Stunde auf seiner Matte zu Hause sitzt und in eine tiefe Meditation verfällt. Das ist Achtsamkeit nicht, das ist vielleicht ein Teil davon. Das kann auch Achtsamkeit sein, aber es ist erstmal per se nicht notwendig. Man kann Achtsamkeit üben und leben, ohne zu meditieren. Würde ich jetzt so festhalten.

Jan
Gute Frage. Und die Frage fällt auf, wie man Meditation definiert oder ist. Also das finde ich tatsächlich. Finde ich da jetzt so drüber nachdenke, weiß ich gar nicht, ob ich das so sagen könnte. Also man muss es vielleicht nicht zwingend in der Art und Weise instrumentalisieren oder quasi nur auf diesen Bereich beschränkt sehen. Also wenn man jetzt zum Beispiel mal hingeht im Buddhismus, da wo ja quasi auch eine große Meditation ist, tatsächlich Praxis mit dazugehört, auch und daraus abgeleitet, der kommt ja aus Indien. Und daraus abgeleitet oder entwickelt hat sich dann irgendwann auch mal der Zen-Buddhismus, dann in China. Und die haben ja zum Beispiel neben dieser Meditation auch den den praktischen Teil dahinter, der dann quasi auch Achtsamkeit im Alltag oder in den Tätigkeiten bedeutet. Das heißt also nicht nur sich zurückziehen und versuchen, im stillen Kämmerlein achtsam zu sein, sondern tatsächlich Achtsamkeit in jedem. In jeder Handlung walten zu lassen. Alles nicht ganz bewusst zu machen, mit voller Aufmerksamkeit auf das, was da gerade geschieht, und das kann dann auch, kann ja auch eine Form von Meditation sein, wenn man es so nennt.

Jan
Aber man muss es nicht so benennen. Also vielleicht auch eine Definitionssache, wie man sieht. Aber es hat nicht zwingend etwas damit zu tun, dass man sich jetzt vielleicht zurückzieht oder irgendwo in eine tiefe Trance verfallen muss.

Björn
Genau das meinte ich, abgekapselt von der von der Außenwelt.

Björn
Genau das meinte ich damit auch, weil Achtsamkeit eigentlich dann im Optimalfall etwas ist. Ja, was tatsächlich? Jedes, jede Reaktion und alles, was ich tue, in irgendeiner Form beeinflusst. Oder sagen wir so nicht beeinflusst, sondern in jeder Situation präsent, ist es eine Grundhaltung, wie wir ja auch als Coach eine Grundhaltung haben? Ist Achtsamkeit dann, wenn man sie gut übt und lebt, eigentlich eine Grundhaltung in jeder Situation? Idealerweise ja, idealerweise ja, natürlich, ja, also perfekt bin ich da bestimmt nicht. Ich glaube, ich kann niemanden. Ich kenne keinen, der immer achtsam ist. Zumindest nicht im Moment, in der Rückschau. Man kann ja auch rückblickend Achtsamkeit üben, aber nicht in jedem Moment. Das ist wohl wahr. Warum ist das Thema so populär geworden deiner Meinung nach? Ich habe da eine Theorie. Ich glaube tatsächlich, dass es daran gekoppelt ist, dass dadurch, dass wir so schnell lenkbar sind mittlerweile, dass wir durch die technische Entwicklung, also Smartphones eigentlich permanent erreichbar sind, permanent uns Ablenkung verschaffen können.

Björn
Also mir ist langweilig. Dann spiele ich ein Spiel auf dem Smartphone oder ich gucke irgendeine Serie und ich muss auch nicht mehr eine Woche auf die nächste Folge meiner Lieblingsserie waren, sondern ich kann die ganze erste Staffel in zwei Tagen durchschauen, wenn ich möchte. Also durch diese Übersicht über durch diesen, durch diese Überreizung ist es glaube ich so, dass irgendwann einigen Menschen, die es dann sehr populär gemacht haben, bewusst geworden ist, dass uns etwas verloren geht durch diese Reizüberflutung, und zwar Dinge wirklich zu empfinden und zu wertschätzen und wirklich wahrzunehmen.

Jan
Das ist ganz sicher ein Aspekt und. Ich glaube aber auch weiter, dass die auch die Forschung in dem Zusammenhang dann auch noch viel dazu beigetragen hat, dass es so populär geworden ist, denn das eine ist ja sozusagen die, die Auseinandersetzung mit dem Thema das ist und dass wir feststellen, dass uns vielleicht etwas fehlt. Das andere sind aber quasi auch die Auswirkungen in dem Zusammenhang und die zeigen ja, dass im Grunde genommen also Achtsamkeit einüben und so weiter. In dem Zusammenhang auch tatsächlich dazu führen kann, dass ich gesünder lebe, dass ich mich besser fühle, dass es hat einen positiven Einfluss auch für Menschen, die zum Beispiel kämpfen, mit Depressionen, mit Angstzuständen, mit Stress im Allgemeinen. Und es ist im Prinzip nachgewiesen, was für einen positiven Einfluss das einerseits auf den Gesundheitszustand hat, sogar tatsächlich in konkreten Krankheits Situationen, aber auch allgemein präventiv dazu beitragen kann, dass man eventuell gar nicht anfällig wird für bestimmte Erkrankungen. Und die sind sozusagen nicht nur und das ist das Interessante dabei geistiger Natur, also dass das irgendwie psychische Themen sind, sondern das kann sich durchaus auch beziehen auf körperliche Dinge, in dem man natürlich eine permanente Stresssituation oder Stressbelastung, die man hat, auch einen unheimlichen Einfluss auf sämtliche physiologischen Prozesse hat.

Jan
Das heißt also, wenn ich permanent mit Stresshormone befeuert werde und jemand zu Zuge komme, dann kommen da eben auch andere Dinge in dem Zusammenhang zum Tragen. Und das kann können auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein und alles mögliche, die dann mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zuschlagen können, als wenn man tatsächlich entspannter durchs Leben geht. Und da kann Achtsamkeit dabei helfen. Tatsächlich. Achtsamer einerseits, aber eben auch entspannter, stressfreier, sich durchs Leben zu bewegen.

Björn
Da sind wir ja an dem Punkt, warum Achtsamkeit eigentlich so wichtig ist. Und ich glaube, das kann man am besten damit auch erklären, indem man, wie du auch gerade schon angefangen hast, darüber spricht, was eigentlich passiert oder passieren kann. Es muss ja nicht, aber was passieren kann und die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass es passiert. Wenn Achtsamkeit fehlt. Ich glaube, im extremsten Fall ist es so, dass man tatsächlich in eine Depression, eine klinische Depression dann verfallen kann, in der man auch nicht mehr in der Lage ist, Positives wirklich wahrzunehmen, indem man nicht in der Lage ist, sich auch über kleine Dinge zu freuen, indem man nicht mehr in der Lage ist, Kraft aus den kleinen, schönen Dingen des Alltags zu ziehen. Das zeigt sich vor allem dann, wenn wirklich mal eine Krisensituation eintritt. Irgendein Schicksalsschlag oder länger anhaltender beruflicher Stress, vielleicht ein größerer Druck in irgendeinem Lebensbereich kann privat oder beruflich sein. Und wenn man. Nicht so achtsam ist, ist die Wahrscheinlichkeit viel, viel größer, dass man in solchen Situationen wirklich das Gleis verlässt und irgendwann an einen Punkt kommt, wo man nicht mehr so einfach aufs Gleis zurückfindet.

Björn
Hab ich das deiner Meinung nach richtig gesagt?

Jan
Er ist halt ein sehr sehr komplexes Thema in Zusammenhang. Ich glaube, man kann sich ja quasi der Sache von zwei Seiten widmen. Ich glaube, wenn man, wenn man achtsam ist, auch achtsam mit sich selbst, dann wird man halt frühzeitig auch feststellen, wann Dinge vielleicht nicht so laufen, wie sie einem gut tun kann. Frühzeitig, da schon schon steuernd eingreifen ist auch etwas aufmerksamer zu sagen, sodass das sicherlich auch präventiv ganz anders zu Dingen führen kann. Also es macht den Unterschied, ob ich wie ich durchs Leben gehe. Es gibt ja auch für Depressionen sicherlich körperliche oder genetische Vorprägung, die da quasi mit rein gehen. Aber es gibt halt eben auch ganz, ganz viele Faktoren, die da mit reinspielen. Und das sind dann eben auch Themen wie Schlafmangel. Da sind Dinge wie auch tatsächlich permanente Stressbelastung. Es sind Themen, körperliche Belastung, die da reingehen können. Es sind aber auch vielleicht ist da auch der Lebenswandel, es ist die Ernährung, es sind Drogen und also quasi in dem Zusammenhang alles eigentlich, was auch irgendwo auf den Geist einwirkt.

Jan
Ob das tatsächlich Drogen, wie wir sie verstehen, sind oder auch Nikotin, Alkohol, Koffein, alles das sind ja im Grunde genommen auch Dinge, die da mit einwirken. Und die Kombination aus persönlicher Voraussetzungen und den Faktoren, die wir, denen wir uns da aussetzen, führt dann eben auch zu dieser. Zu diesen möglichen Wegen, in denen man sich bewegt. Die Frage ist halt, die man ja andersrum stellen kann, beispielsweise auch, wenn man jetzt über Themen spricht, wie die Sucht in dem Zusammenhang, auch wenn das natürlich ein spezielles Thema ist, insbesondere wenn es um um tatsächlich Suchterkrankungen geht oder sowas. Aber inwiefern quasi auch Achtsamkeit da oder geübte Achtsamkeitspraxis überhaupt dazu führen kann, dass man sich halt irgendwo in einem Extremen verliert, oder ob das quasi schon per se auch dazu führen kann, dass man da auch mehr Möglichkeit zur Selbstregulierung entwickelt in dem Zusammenhang oder frühzeitig entschuldige oder frühzeitig merkt, dass man vielleicht über die Stränge schlägt, dass da vielleicht irgendein Bereich so überhand nimmt, dass wenn ich nicht achtsam bin, werde ich das wahrscheinlich nicht so schnell merken.

Jan
Ja genau. Und das ist, glaube ich, mit ganz vielen Dingen so! Selbstregulierung, vielleicht auch selbst Selbstreflexion im Grunde genommen. Ich möchte mal ein Beispiel nehmen, vielleicht auch von jemandem, der sich der sich schnell aufregt oder schnell auf die auf die Palme gebracht werden kann oder nicht nur auf die Palme bringen lässt oder vielleicht sogar sich schnell auf die Palme bringt. Selbst denn das ist ja auch alles möglich. Und das sind dann sozusagen die Gründe Liegen die im Außen oder liegen die im Innen? Wahrscheinlich ist ein Mensch der. Zu 100 prozent achtsam ist. Zu 100 prozent reflektiert ist und quasi sieht. Was Dinge in ihm in Bewegung bringen. Also meine Meinung ist, dass dieser Mensch weniger dazu geneigt sein wird, auszurasten und Ausbrüche zu erleben, immer zu emotionaler Art! Als Menschen, die wenig achtsam sind oder wenig selbst reguliert sind das heißt, ich glaube schon, dass das auch einen Unterschied machen kann. Wie mich dann Dinge im Außen tatsächlich reizen, triggern und und dann tatsächlich auch mein Mann emotional pendeln, Anführungsstrichen ausschlagen lassen.

Björn
Da spielen natürlich viele Faktoren rein. Also zum Beispiel auch wenn wir jetzt so cholerisch veranlagte Menschen ansprichst. Das ist natürlich, hat natürlich auch andere Wurzeln. Ich glaube nicht, dass man das nur mit Achtsamkeit beheben kann, aber Achtsamkeit ist immer ein Teil des Puzzles. Also ich denke schon, dass Achtsamkeit eigentlich immer ein Teil von auf dem Weg zu einem möglichst ausgeglichenen Verhalten ist. Haben wir so viel darüber gesprochen, warum es so wichtig ist? Und man hört es ja auch ständig im achtsam sein oder achtsames Leben macht gesünder und was man da alles. Und es gibt Apps ohne Ende. Zum Thema Achtsamkeit Wie kann man Achtsamkeit tatsächlich lernen oder trainieren oder verbessern? Ich meine, persönliche Erfahrung ist tatsächlich, dass es nicht von heute auf morgen geht. Das hat damit zu tun, dass Achtsamkeit auch was mit der mit Hirn Verbindung hat mit synaptischen Verbindungen in unserem Kopf zu tun hat. Und da kommen wir wieder auf die Neuroplastizität, die wir ja so oft auf Shantanu erwähnt haben, zu sprechen. Meiner Erfahrung nach war es so, dass als ich angefangen habe, mich bewusst damit auseinanderzusetzen, ich wirklich Monate brauchte, bis ich gespürt habe, dass sich etwas einstellt, dass sich etwas verändert.

Björn
Aber in dem Moment, wo es sich verändert hat, war es wie. Wie ein Paradigmenwechsel. Also es war wirklich tatsächlich, ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich auf eine Situation, die mich vielleicht früher. Du hast es eben gesagt auf die Palme bringt, die mich früher oder davor immer relativ schnell hat dünnhäutig werden lassen, auf einmal eine völlig eine völlig andere Gewichtung hatte. Und das ist, wie gesagt, nicht über Nacht gekommen. Es ist da daher gekommen, dass ich mich über einen langen Zeitraum mit sehr wenig Aufwand, tatsächlich aber jeden Tag damit beschäftigt habe. Und in meinem Fall war es dann so, dass ich ich habe ein Buch empfohlen bekommen. Das habe ich auch schon mal erwähnt, als wir über positives Denken gesprochen haben, dass es dieses 6 Minuten Tagebuch, wo man morgens drei Minuten und abends drei Minuten sich mit Achtsamkeitsübungen beschäftigt, sind wirklich nur drei Minuten. Wenn man drei Fragen immer wieder morgens und abends beantworten muss, schriftlich, immer die gleichen Fragen, tatsächlich auch ein kurzes Buch, dann Es ist ein Tagebuch.

Björn
Es ist. Es hat ein einleitenden Kapitel. Ich kann es sehr empfehlen. Es hat ein einleitende Kapitel und wo man genau erklärt bekommt auch, warum das funktioniert im Endeffekt. Und dann der Rest ist quasi immer nur für jeden Tag eine Seite. Aber gelesen ist es sehr schnell. Die Einleitung ist sehr schnell gelesen, aber ich habe tatsächlich dann irgendwann sehr plötzlich gemerkt Huch, da ist was passiert und das hat mich so dermaßen beschwingt darin, das weiter zu üben und mich damit zu beschäftigen, dass es halt einen großen Stellenwert bekommen hat. Was ist deine Erfahrung? Hast du? Wie übst du das? Oder wie trainierst du das?

Jan
Also ich übe das tatsächlich durch Meditationsübungen. Soll heißen ich. Macht das unterschiedlich. Also entweder mache ich das frei, dass ich tatsächlich mich einfach so hinsetze und meditieren tatsächlich das mache, was ich am Anfang nicht verstehen konnte. Auf den eigenen Atem achten, also auf die Atmung konzentrieren, darauf quasi das Bewusstsein lenken und ansonsten alles wahrnehmen, was da ist. Aber halt eben nicht zu versuchen, das das zu bewerten, sondern tatsächlich einfach nur wahrzunehmen, wenn irgendwie ein Gedanke kommt. Das ist ein Gedanke und das ist eine Emotion oder wie auch immer. Aber da gar nicht weiter hinterher zu gehen. Manchmal mache ich das auch mit geführten Meditationen. Mit der App gibt es da unterschiedliche Apps, dafür die gängigen, wenn man da sucht in den App Stores, da findet man quasi auch das, was wirklich etabliert ist und wo man sicherlich das auch einfach mal austesten kann, ob einem das liegt in dem Zusammenhang und ja, aber tatsächlich. Meine größte Leidenschaft dabei ist tatsächlich, das dann im Leben zu üben. Soll heißen ich.

Jan
Ich gehe morgens frühmorgens, wenn ich aufgestanden bin, als erstes eine Runde mit dem Hund. Schon dabei versuche ich da sozusagen im Moment zu sein und es auch wahrzunehmen, wenn ich es nicht bin. Also ich nehme wahr, wenn ich meine Achtsamkeit dann von dannen zieht und versuche dann quasi mit ruhigem Geist, dann wenn Achtsamkeit wieder aufzubauen bzw. wieder achtsam zu werden für den Moment. Es kann bei solchen Dingen sein, das kann sein. Beim Laufen, beim Sport habe ich unheimlich achtsame Momente und tatsächlich auch beim Wir haben beim Wandern oder beim Jagen, also beim Jagen finde ich eigentlich ganz interessant. Wie gesagt, ein ganz, ganz geringer Anteil damit hat beim Jagen tatsächlich damit zu tun, dass man da irgendetwas tut oder irgendwie schießt oder wie auch immer, sondern ein Großteil ist ja tatsächlich einfach, das man, dass man im Wald ist oder am Feld, in der Natur und tatsächlich den Außenraum wahrnimmt und und alles das wahrnimmt, was da ist. Und das sind für mich sehr sehr achtsam Umwelt Momente und auch Stunden, die ich sehr genieße einfach mal zu sitzen und alles wahrzunehmen.

Jan
Und genau so ist es. Quasi ist ein Teil sicherlich die die Praxis die ich auch übe, fast täglich. Das sind dann tatsächlich, wenn ich das jetzt konzentriert mache, um es zu tun, meistens tatsächlich nicht so lange Zeiten. Das sind dann jetzt sage ich mal im Alltag 10 Minuten pro Tag, 20 Minuten pro Tag oder zweimal 10 Minuten so was und dann halt eher so Aktivitäten auch dann am Wochenende. Aber genauso. Ist halt eben auch so, dass ich zum Beispiel auch mittlerweile dazu neige. Auch Alltagssituation halte ich möglichst achtsam zu machen, das dabei zu üben. Also beispielsweise nicht beim Essen noch das Smartphone in der Hand zu haben und zu gucken, was gibt es da, ohne dabei Fernseh zu schauen oder sowas, sondern mal ganz konzentriert zu sagen Ich bereite mein Essen mit voller Aufmerksamkeit zu. Ich Ich esse das mit voller Aufmerksamkeit und bin ganz da. Und ich versuche auch in den Gesprächen mit meinem Gegenüber präsent zu sein und da zu sein. Da merke ich schon manchmal in stressigen Situationen, auch im Berufsalltag.

Jan
Wenn das eine das andere drängt, dann kann man schon mal dazu geneigt sein, auch nicht im Moment zu sein, wenn man das schon irgendwie gefühlt im nächsten Meeting oder so was. Dass einem das dann quasi auch bewusst wird und man sich dann da zurückholt und dann wieder auf den Moment konzentriert. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und dabei hilft auch wiederum diese Praxis, die man sozusagen täglich hat, sich dann der Sache bewusst zu werden und dann wieder ein Stück weit selbst zu disziplinieren in einer positiven Art und Weise.

Björn
Dieses Üben im Alltag oder im Prinzip in allen möglichen Situationen setzt natürlich voraus, dass man das Ganze auch schon ein bisschen beherrscht. Aber ich kann das nachempfinden, weil ich mittlerweile auch durch Achtsamkeitstraining die Beschäftigung und die Auseinandersetzung damit eigentlich in der Lage bin, auch in schwierigen Situationen immer innezuhalten, kurz innezuhalten und mir klar zu machen, was passiert hier gerade? Was empfinde ich eigentlich gerade? Was ist mit meinen? Was passiert um mich herum? Was passiert mit meinem Gegenüber, wenn sie zum Beispiel auch eine Konfliktsituation mit jemandem ist? Und das einfach nur wahrzunehmen, ohne sofort zu reagieren, weil das ist ja das, was, wenn man nicht achtsam ist, im Prinzip uns steuert, ist ja eine Reaktion. Wie reagieren wir eigentlich den ganzen Tag auf irgendwelche äußeren Reize oder E-Mails, die wir bekommen? Ist ja auch noch besser als das. Und wenn man. Diese Achtsamkeit so beherrscht, dass man eben nicht sofort reagiert, sondern erst mal wahrnimmt, ist alles deutlich leichter und entspannter. Es ist meine Erfahrung. Und tatsächlich das kann man, kann man jeden Tag üben.

Björn
Und ich habe das neulich noch gedacht, weil wie wichtig und wie schön das eigentlich ist, weil das hat ja jetzt überhaupt nichts mit dem Berufsleben zu tun, sondern war was Privates. Ich bin an die See gefahren, an die Nordsee in Holland, und das war ein regnerischer Tag. Und dann riss der Himmel auf, als ich da am Strand war. Und ich glaube, ich habe noch nie, lange nicht so solche Momente so intensiv auch positiv empfunden wie mittlerweile. Also ich hatte schon ganz tolle Reisen und Urlaube und wunderbare Strandurlaub und das alles. Aber dieser, dieser solche Momente so intensiv wahrzunehmen und das Positive auch so intensiv zu spüren, das ist nach meiner Einschätzung ein Resultat davon, dass ich die Achtsamkeit eigentlich jeden Tag versuche hochzuhalten.

Jan
Ja. Sehr schön. Dann haben wir, glaube ich, heute einiges besprochen zum Thema Achtsamkeit. Achtsamkeit findet in ganz, ganz vielen Dingen sich auch wieder auch Techniken wieder, auch im Coaching. Ob das sozusagen da auch einfacher Achtsamkeitsübungen sind oder einen konkreteren Coaching Varianten wie zum Beispiel auch im Introversion Coaching, dann da noch mal konkreter mit Achtsamkeit gearbeitet wird. Genauso geht uns das aber auch im Alltag. Wir hoffen, ihr habt einiges mitgenommen zu dem Thema. Wenn ihr euch dazu weiter austauschen möchtet, freuen wir uns natürlich auf eure Kontakt Anfrage. Ihr findet unsere Kontaktdaten auch in der Beschreibung von unserem Podcast. Und dann wünschen wir euch auf jeden Fall weiterhin einen achtsamen Tag. Seid achtsam auf euch selbst und auf euer Leben und wir freuen uns, wenn wir uns das nächste Mal dann wieder gemeinsam hier hören. Bis dahin auf wiederhören!.

Björn
Ich sage Tschüss.

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