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Coach&Coach: Mental Load – Unsere Psychische Belastung

24. June 2022

Unter Mental Load versteht man die psychische Belastung eines Individuums.  Eine Zusammenfassung aller Dinge, die wir in unserem Kopf sortieren, organisieren und erinnern müssen, um sie zu erledigen. Ein wachsamer Umgang mit dem eigenen Mental Load kann Burnout und Überlastung verhindern und Platz  für schöne Dinge schaffen. In dieser Folge von Coach&Coach tauschen Jan Gustav Franke und ich uns darüber aus, wie man den eigenen Mental Load reduzieren kann.

 

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Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach heute hochmotiviert zum Thema Mental Load und ich freue mich, da heute zu sprechen und zwar mit Björn. Hallo Björn

Björn
Hallo Jan

Jan
Ist immer eine Überraschung, wenn ich anmoderiere, wenn ich mit der Einleitung dran bin und sage mit wem ich spreche und du bist es .

Jan
Thema Mental Load. Das Thema ist interessanterweise unterschiedlich stark bekannt in der Bevölkerung oder Gesellschaft, würde ich mal sagen. Mein persönlicher subjektiver Eindruck ist ist, dass das bei Frauen bekannter ist als bei Männern. Das Thema und woher das kommen kann, da werden wir auch gleich mal drüber sprechen. Und genau wir wollen heute darüber sprechen Was ist das überhaupt und wozu kann das führen? Wie kann man damit umgehen? Und ja, da freue ich mich schon auf diese Diskussion. Ja, Björn. Und wenn du einverstanden bist, dann bleibe ich hier gerade im Redefluss und fange mit einer kleinen Einleitung dazu an.

Björn
Erkläre wir vielleicht erst mal grundsätzlich, was Mental Load überhaupt ist.

Jan
Okay, also Mental Load ist ein Begriff für das Thema psychische Belastung und wird jetzt gerade im deutschsprachigen Raum auch oftmals als psychische Überlastung verstanden. Und wenn man sich anguckt, woher das kommt, dann kommt das ursprünglich aus den 70er Jahren, wo es verschiedene Experimente gab oder Untersuchungen zum Thema Belastungs Erscheinungen, Stress Erscheinungen in Berufsgruppen im Beruf, wo auch untersucht wurde, unter unterschiedlicher Belastung. Wie wirkt sich das aus auf bestimmte Parameter, also Herzschlag? Und so weiter und so fort. Und dafür wurde also sozusagen dieser Begriff des Mental Load geschaffen, also der psychischen Belastung, die es da gibt in diesem Zusammenhang. Und das Thema wurde dann später auch an unterschiedlichen Stellen aufgegriffen, beispielsweise auch in einem feministischen Comic, wo es also auch darum ging, wie es die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in heterosexuellen Beziehungen wird da gegebenenfalls mehr ganz natürlich in Anführungsstrichen übernommen von der Frau. Und ist das vielleicht ungerechtfertigt? Und so weiter und so fort. Und damit hat sich das auch eigentlich viel mehr in diese Richtung entwickelt, wie man es heute teilweise versteht oder wie es verstanden wird, nämlich, ich sage es mal etwas pauschal, so dass beispielsweise in Beziehungen die Frau öfter eigentlich an Alltags aufgaben denkt, wie beispielsweise was muss noch alles im Haushalt getan werden, was muss mit den Kindern getan werden?

Jan
Wie muss man vielleicht auch die ganze Familie einbinden? Wann sehen wir welche Freunde? Und Klischee mäßig macht sich der Mann darüber weniger Gedanken und diese ganze Last, weil der Mann sich einfach nicht drum kümmert, bleibt dann an der Frau hängen. Und das ist quasi auch noch wieder ein weiteres Thema, wo es also unbezahlte Aufgaben gibt, die quasi hier hinzukommen.

Björn
Und das Spannende ist ja, dass das sogar dann so ist, wenn es jetzt keine, ich sage mal klassisch klischeehafte Rollenverteilung gibt, wo die Frau zu Hause bleibt und der Mann arbeiten geht. Also auch in Beziehungen, wo zum Beispiel beide Vollzeit arbeiten, mit Kindern, wo die Kinder in einer Ganztagesbetreuung sind oder so ist es sehr häufig so, dass sich Frauen mehr um die die gesamten Erziehungsaufgaben kümmern. Also was müssen wir kaufen? Mit wem treffen wir uns? Wann sind welche Schwiegereltern dran? Als Männer das tun, das finde ich ganz faszinierend. Das ist also nichts, damit zu tun hat, wer hat verbringt mehr Zeit zu Hause, sondern es ist einfach von der Grundhaltung her anscheinend auch schon so, ist genau richtig.

Jan
Und das hat natürlich unter Umständen auch was mit Sozialisation zu tun wie wie ist man sozialisiert, wie versteht man auch seine eigene Aufgabe? Oder auch Was ist sozusagen die Priorität, was ist einem auch wichtiger oder weniger wichtig? Und da können ja unterschiedliche Partner oder kein Mensch ist ja oder mehrere Menschen sind ja nicht identisch. Da sind also Menschen unterschiedlich und unterschiedlich ausgeprägt. Man vermutet, dass das eben teilweise auch zwischen Männern und Frauen noch wieder unterschiedlich ist. Aber auch selbst in gleichgeschlechtlichen Beziehungen gibt es da sicherlich auch Unterschiede. Kann ich mir vorstellen, sodass es also zwangsläufig dazu führt. Der einen Person ist vielleicht eine Sache noch wichtiger und sie denkt, sie muss sich darum kümmern, während die andere Person sagt Naja, ich bin da eigentlich relativ entspannt. Und bevor wir da jetzt gleich noch hinkommen, müsste man also fairerweise eigentlich sagen Wenn wir hier von Männern sprechen, da wo dieser Begriff herkommt, sprechen wir heute eigentlich mehr über das Thema mental overload. Also wo wird es quasi zu einer Überlastung, wo fühlt es sich dann zu stark an oder wo kann es auch dazu führen, dass es einen lähmt im Alltag, in den Themen, die einen beschäftigen?

Jan
Und das ist genau das, worüber wir heute sprechen. Aber weil das halt eben der mittlerweile übliche Begriff ist, fassen wir das jetzt einfach mal unter Mental Load zusammen.

Björn
Spannend wäre ja auch mal, wenn wir uns damit ein anderes Mal nicht heute damit beschäftigen würden, was eigentlich passiert, wenn es einem mental unterläuft. Gibt also eine Unterforderung. Overload kennen wir ja alles. Da wird ja auch viel drüber geschrieben, auch die Folgen davon. Dann werden wir ja auch gleich drauf eingehen. Aber spannend wäre natürlich auch mal, sich darüber Gedanken zu machen. Was passiert eigentlich, wenn jemand mental under load, also Unterforderung erlebt? Wie kann sich das äußern und was kann man dagegen tun?

Jan
Ja, sicherlich auch eine Frage von Definition, wie man jetzt da definiert oder versteht, aber auch sicherlich noch mal ein cooles Thema. Gut, also sprechen wir jetzt vom Overload, dann haben wir ja gerade schon gesagt, es kann also dazu kommen, dass man hier mit Aufgaben betraut ist oder diese Aufgaben. An sich heran zieht oder sie in seiner eigenen Verantwortung sieht, die eben anfallen. Und dieser Mensch, Lot, der kann sich beziehen auf natürlich auch Arbeitsaufgaben. Auch im beruflichen Umfeld geht es manchmal darum, dass innerhalb eines Unternehmens gegebenenfalls auch manche Personen wiederum mehrere Themen sehen, die getan werden müssen. Und so weiter und so fort. Aber hier bezieht sich es jetzt heute mal fokussiert auf den privaten Bereich und eigentlich auf alle Dinge, die quasi unbezahlt, teilweise auch unsichtbar ablaufen, wenn sie, wenn sie funktionieren und die deshalb auch eigentlich eine geringe Wertschätzung erfahren. Oftmals. Denn es fällt erst auf, wenn das Haus nicht aufgeräumt ist oder nicht sauber ist oder wenn die Wäsche sich stapelt. Aber wenn alles läuft, dann ist eigentlich alles gut und das wird teilweise als selbstverständlich angesehen.

Jan
Stichwort Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem. Und genau das sind eben diese Themen, wo es also dazu kommen kann. Wie kannst du dir vorstellen, woher das kommt? Björn Das ist einfach dieses unterschiedliche Verständnis auch davon gibt, wie Aufgaben behandelt werden, ob Aufgaben behandelt werden.

Björn
Das ist eine ganz interessante Geschichte, weil es gibt da eine Parallele, gibt ja viele Firmen Workshops, auch zum Thema Produktivität, Planung und Kommunikation innerhalb des Unternehmens. Und da gibt es sehr häufig Situationen, wo Mitarbeiter sich zum Beispiel auch nicht gesehen fühlen, wo sie sich nicht wahrgenommen fühlen und wo sie den Eindruck haben, man sieht gar nicht, was ich, was sie alles tun, weil das halt als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Dazu kommt zum Beispiel auch, dass ja niemand in der Regel zumindest nicht in den Posteingang, also den E Mail Posteingang eines anderen schaut. Also man sieht gar nicht, was da nebenbei eigentlich so mit rauscht. Und ich glaube, ein ganz großer Faktor ist da Transparenz und Kommunikation. Deswegen setzen sich ja zum Beispiel auch in Familien im Moment so digitale Dinge so sehr stark durch. Es gibt ja mittlerweile auch von großen sozialen Netzwerken und ich will jetzt hier keine, keine, keine einzelnen Namen nennen, aber welche Tools auch Hardware Tools teilweise an die Wand hängen kann, wo man dann ein Familienbett hat, wo drauf steht, was eigentlich wer den ganzen Tag so macht und was er so zu erledigen hat oder erledigt hat.

Björn
Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Faktor, weil wenn man nicht drüber spricht, dann ist es dem anderen auch gar nicht so bewusst. Jetzt als Beispiel Man ist in einer Partnerschaft und der eine Partner ist halt vielleicht eher so der, der der Einzelgänger sind, so dass soziale Dinge eigentlich gar nicht so wichtig und er nimmt die auch als gegeben hin. Und der andere in der Partnerschaft kümmert sich einfach ständig darum, dass man sich am Wochenende mit Freunden trifft, dass man regelmäßig sich kulturell irgendwie betätigt. Das informiert sich über was gibt es für Ausstellungen oder wo kann man, in welchen Film kann man gehen und und und. Läuft die ganze Zeit nebenbei, hält Kontakte, solche Geschichten und das ist natürlich auch ein bisschen ein Stressfaktor. Wenn man aber nicht drüber spricht und der Partner das gar nicht mitbekommt, dann ist da vielleicht gar kein Bewusstsein dafür. Und das ist das, was ich halt auch im geschäftlichen oder beruflichen Alltag immer wieder beobachte, dass in dem Moment, wo man dann anfängt, darüber zu sprechen, sich die Last schon verringert, weil dann vielleicht der andere auch auf die Idee kommt Hey, das könnte ich vielleicht übernehmen oder lass mich das doch heute mal machen.

Björn
Oder lass mich mal ganz praktikabel gesprochen Lass mich doch mal deine oder meine Eltern anrufen, um da ein bisschen zu updaten, dann musst du das nicht machen. Aber wenn man nicht drüber spricht, sondern es als zugegebenermaßen annimmt, dass man das selber machen soll, ist natürlich keine Chance auf Entlastung da.

Jan
Ja, also das Thema der wie sie ist, ist ja ein ganz klassisches. Das ist glaube ich sowohl in Unternehmen so als auch privat. Und auch da gibt es ja teilweise so dieses unterschiedliche Verständnis oder der Eindruck, den man auch hat oder der teilweise glaube ich auch wirklich, wie soll ich sagen, in einer Studie bewiesen ist, dass Männer sich da teilweise etwas forscher präsentieren oder das halt eher nach vorne stellen als Frauen. Und im Privaten fällt mir da sozusagen dieses Beispiel ein, dass also Klischee mäßig Frauen kümmern sich um den Haushalt, um die Kinder. Und so weiter und so fort. Gibt sicherlich ganz, ganz viele Väter, die das auch tun. Aber vielleicht ist das in Summe aktuell noch so aufgeteilt, dass es bei Frauen ein bisschen mehr liegt und dann bringt der Mann den Müll raus. Und dann heißt es übrigens Ich habe den Müll rausgebracht und man möchte eigentlich noch ein Lob dafür haben, dass sie das so weit von mir, dass ich mich so verhalte. Aber wahrscheinlich verhalte ich mich genauso und.

Björn
Zumindest ab und zu und punktuell mal her.

Jan
Ja, genau dieser Punkt, dass man eigentlich hingeht. Und dann tatsächlich auch wiederum sagt, was man alles getan hat. Das scheint wohl auch tendenziell so zu sein, dass Männer eher dazu neigen, das noch wieder nach vorne zu stellen. Und Frauen erledigen das halt einfach tapfer. Also ich tu mich ganz, ganz schwer ehrlicherweise mit solchen Männern Frauengeschichten, weil ich finde, man kann es halt nicht pauschalisieren. Das ist auch eine Typfrage und ich finde es auch eigentlich wiederum fast dann teilweise anmaßend zu sagen, die einen machen es so oder die anderen machen so weit. Ich kann es gar nicht beurteilen. Jeder Mensch ist ja unterschiedlich.

Björn
Es ist ja auch, um jetzt auch aus dieser klischee rolle mal rauszukommen, männer, frauen. Aber das ist ja eine meiner lieblingsgeschichten bzw lieblingsthemen, dass in der Zeit, wo noch ein Elternteil voll bei den Kindern ist. Das ist ja sehr unterschiedlich. Es gibt ja Leute, die machen das ein Jahr. Es gibt Leute, die bleiben fünf Jahre bei den Kindern, also sechs Jahre, bis sie irgendwann in der Schule sind oder manche auch ein Leben lang. Aber dieses ganz klassische So lange noch einer Vollzeit bei den Kindern ist und der andere geht Vollzeit arbeiten, sobald der Arbeitende nach Hause kommt, kriegt er das Kind auf den Arm gedrückt und wird voll getextet. Wie anstrengend der Tag mit dem Kind war, hat also keinerlei Möglichkeit zu kompensieren und selber auch mal kurz runterzukommen, weil dann der Partner mit dem Kind, egal ob es jetzt der Mann, die Frau oder zwei Männer auf zwei Frauen, wie es auch völlig egal. Aber weil man in dem Fall nicht diesen Perspektivwechsel hinkriegt Was ist eigentlich bei dem anderen gerade passiert und wie hoch war deren?

Björn
Um jetzt im Thema zu bleiben, wie hoch ist deren Mental Load? Gerade weil einfach die, wie du sagst wie sie fehlt und auch die Kommunikation was das angeht fehlt. Ja, das ist da glaube ich ein ganz entscheidender Faktor und ich glaube, das hat gar nichts mit Männern und Frauen zu tun, sondern einfach damit, dass jeder da zum Beispiel in dem konkreten Ding den ganzen Tag in seinem eigenen Horizont ist, in seiner eigenen Welt ist, seine eigene, in seiner eigenen Realität ist. Und wenn die dann zusammentreffen, die Kommunikation nicht richtig ist in dem Moment?

Jan
Ja, genau. Wobei sich dieses Phänomen ja auch schon beobachten lässt oder auch beobachtet wird in Beziehungen, wo jetzt beide Partner im Job sind. Und auch selbst wenn jetzt irgendwie Kinder oder nicht mit dabei sind, dass es da auch durchaus eine unterschiedliche Aufteilung gibt, einfach vom persönlichen Verständnis was muss denn überhaupt alles getan werden? Das geht ja schon damit los, dass man vielleicht zu Hause ein unterschiedliches Verständnis davon hat. Wann ist es überhaupt unordentlich? Also wo setzt mein Trigger an, wo ich sage Jetzt muss ich jetzt nicht jetzt oder jetzt muss ich hier putzen oder wie auch immer. Das kann schon unterschiedlich sein. Und wenn das je weiter auseinander geht, desto höher ist natürlich da auch das Spannungs potenzial.

Björn
Die berühmte, nicht zu geschraubte Zahnpastatube zum Beispiel.

Jan
Und um jetzt aber noch mal auf das konkrete Thema Overload zu kommen Was passiert jetzt? Also die eine Person ist vielleicht etwas entspannter, die andere sieht quasi diese ganzen Themen, die zu erledigen sind, bei sich. Und dann passiert folgendes Im Kopf gibt es ein Feuerwerk der Aufgaben, also es gibt quasi eine ungeschriebene Liste, gegebenenfalls oder ganz, ganz viele Dinge, die einen immer wieder beschäftigen, die immer wieder aufpoppen, insbesondere wenn sie irgendwo beispielsweise niedergeschrieben, terminiert sind oder keine Ahnung, was. Und das heißt, ich habe eigentlich so ein Grundrauschen zusätzlich im Kopf mit Themen, um die ich mich kümmern muss oder von denen ich das Gefühl habe, dass ich mich darum kümmern muss. Und je mehr dieser Themen kommen, die auch nicht abgeschlossen werden, weil sie wiederkehrend sind oder weil sie, weil sie einfach noch nicht entschieden sind. Vielleicht auch, weil mein Partner meine Partnerin sagt, da will ich jetzt aber noch nicht drüber sprechen oder so was. Desto mehr Raum nimmt das eigentlich im Kopf ein. Und das führt zu einer Stressbelastung.

Jan
Und desto weniger Kapazität habe ich dann natürlich auch, mich mit anderen Dingen unter Umständen konzentriert auseinander zu setzen. Und das kann dann tatsächlich dazu führen, dass wie so eine Lähmungserscheinungen dann irgendwann entsteht, dass ich halt einfach ein so hohes Grundrauschen im Kopf habe mit 1000 Dingen, um die ich mich eigentlich kümmern muss, dass es mir schwerfällt, irgendwie noch einen klaren Gedanken zu fassen. Und dann sind wir genau bei diesem Thema mental overload. Und wenn man das dann tatsächlich über einen längeren Zeitraum hat, dann kann das natürlich auch zu schwerwiegenderen Konsequenzen führen.

Björn
Und wenn da wieso, wie du es gerade geschildert hast, wenn es da keine oder wie wir eben besprochen haben, eigentlich, wenn es da keine Kommunikation gibt und das so Dinge sind, die Grundrauschen eigentlich darstellen, worüber sich aber vielleicht niemand anders bewusst ist, steht man dann als Umfeld manchmal wie der Ochs vom Berg und versteht gar nicht, was passiert ist, weil das halt alles so interne Dinge sind, gar nicht sichtbare Dinge sind, die dann im schlimmsten Fall zu einem Burnout führen können. Also es gibt, auch wenn man das jetzt das konkrete Beispiel jetzt auch noch mal aufgreift, tatsächlich auch privat ausgelöste Burnout. Es ist nicht immer nur der Beruf. Es ist nicht immer nur der fordernde Chef oder die, die der anstrengende Job oder die, die der der Konzern im Nacken, der einem zu viel abverlangen. Es kann auch tatsächlich und ich glaube, das ist gar nicht so selten aus dem privaten Umfeld kommen, dass ein Burnout.

Jan
Letzten Endes eine Belastung für Depressionen und die Frage ist, wann die Überlastung über längeren Zeitraum kommt, wenn ich es nicht kompensieren kann. Und woher diese Belastung kommt, ist ja völlig individuell. Das kann ja alle möglichen Themen sein in diesem Zusammenhang. Jetzt sehen wir also, wo das hinführen kann, wenn das quasi dauerhaft so läuft. Aber jetzt ist ja auch die Frage, wenn man das hat, wenn man sich so fühlt, was kann man denn tun, um aus diesem Mental Load Overload herauszukommen?

Björn
Also das das. Das erste, was mir da immer einfällt, ist, sich erst einmal darüber im Klaren zu sein, was eigentlich alles in meinem Kopf da so Grundrauschen, also was erst mal das ist, was da so mitläuft. Und das Einfachste ist eigentlich, sich anzugewöhnen grundsätzlich so meine Erfahrung, Dinge aufzuschreiben. Es ist eben nicht alles im Kopf zu behalten, sondern eigentlich gemäß dem Getting Things Prinzip zu sagen Ich schreibe alles, was ich zu erledigen habe, erst mal auf. Weil in dem Moment, wo ich es mir nicht mehr merken muss, habe ich ja schon ganz viel Mental Load vermieden, weil ich muss mir nichts mehr merken. Ich muss nicht mehr selber an etwas denken, sondern ich habe es schon irgendwo aufgeschrieben, wo ich es nachlesen kann. Und durch den Prozess des Aufschreiben alleine durch das nieder bringen und das ist jetzt nicht mal entscheidend, dass das von Hand geschieht oder in irgendeinem digitalen Tool. Allein dadurch, dass ich es aufschreibe, hängt ja schon eine Auseinandersetzung damit an Ist das wirklich wichtig?

Björn
Wie wichtig ist das? Muss ich mir das überhaupt aufschreiben? Ist das wirklich jetzt etwas, was ganz dringend erledigt werden muss? Und dann kann man natürlich mit diversen Coaching Tools da rangehen und so was auch sortieren. Da haben wir ja auch schon öfter drüber gesprochen. Mit dem Aufgaben Rat kann man arbeiten um zu entscheiden von wem kommt die Aufgabe überhaupt? Muss ich die erledigen? Wie wichtig ist die? Wenn es jetzt um Selbstmanagement oder Produktivität geht, kann man auch da dann drüber nachdenken, ob man das delegieren kann? Das kann man ja auch mit privaten Dingen machen, mit dem Beispiel, dass man sagt Ich muss jetzt nicht deine Eltern anrufen, das kannst du selber machen. Und wichtig finde ich halt dann auch, über das, was da zu Papier gebracht wird, zu sprechen und denen, die um einen herum sind.

Jan
Genau. Also ich bin ja ein Riesenfan in diesem Zusammenhang auch von der Eisenhower Matrix, wo man also unterscheidet zwischen wichtigen Dingen und dringlichen Dingen. Das heißt also, es gibt Dinge, die sind sehr, sehr wichtig und es gibt Dinge, die sind oder und es gibt diese zwei Kategorien und dann hast du letzten Endes vier Felder. Entweder sind es Dinge, die sind. Wichtig und dringlich, wichtig und dringend. Das sind dann Dinge, die sollten nach Möglichkeit sofort erledigt werden. Die sind in der Prio ganz oben. Dann gibt es vielleicht auch Dinge, die sind nicht dringend, aber wichtig. Dafür sollte man dann einen Termin machen und sie dann selbst erledigen. Dann gibt es aber vielleicht auch Dinge, die sind zwar dringend, aber nicht wichtig. Die kannst du dann quasi an jemanden weitergeben. Nach dem Motto Kümmer dich mal drum. Zum Beispiel, wenn du sagst, dass es für mich persönlich und aus meiner Sicht zwar dringend, aber für mich persönlich nicht wichtig. Kannst du das auch an einen anderen Partner oder so weiter delegieren?

Jan
Wenn dieser sozusagen das eher als wichtig erachtet? Oder zumindest gibt es da diese Möglichkeit und dann und das ist eigentlich eine der wichtigsten Kategorien. Auch festzulegen, was ist weder dringlich noch wichtig. Und das sind muss.

Björn
Man das dann machen?

Jan
Die kann man entweder irgendwo hinschieben, dass man sagt, da kümmere ich mich irgendwann mal drum, wenn ich Lust habe. Und da kann man, gibt es auch unterschiedliche Taktiken, auch solche Dinge zu bearbeiten, wenn man sie bearbeiten möchte, oder? Und das ist natürlich auch eine sinnvolle Variante. Was sind auch Dinge, die müssen einfach nicht getan werden. Also die landen einfach im Papierkorb, kommen weg, fertig, aus. Muss ich mich nicht damit beschäftigen? Und wenn man da mal mit arbeitet, dann hat man natürlich schon die Möglichkeit, viel mehr Struktur hinzubekommen und sich da auch zu entlasten und wirklich auch für sich eine Reihenfolge reinzubekommen. Was sind denn jetzt überhaupt die Dinge, um die ich mich oder mit denen ich mich befassen muss? Und gerade dieses etwas strukturierte Vorgehen kann einem da wirklich helfen, sich zu entlasten.

Björn
Also ich glaube, das Allerwichtigste ist sich erst mal, also da fängt es für mich immer an Aufschreiben eben nicht im Kopf, ich auch. Das ist ganz, ganz interessant, weil ich habe, es gebe ja auch viele Tools, viele Tools, viele Workshops zum Thema MeisterTask und vielleicht ist ein kleiner Exkurs mal da rein. Da gibt es einen kleinen Punkt, der heißt Meine Checkliste. Das ist so eine ganz simple Checkliste. Die lebt da so auf dem Dashboard, also auf dem Startbildschirm, synchronisiert sich auch mit allen Geräten und so, die sieht man aber nur selber und man kann in dieser Checkliste keine Fälligkeitsdatum, keine übergeordneten Projekte vergeben. Man kann das nur aufschreiben und wieder abhaken und wenn man möchte, eine Aufgabe in einem anderen Projekt draus machen. Die wird fast von keinem Menschen benutzt, diese Funktion, weil sie sich, weil sie niemandem erklärt wird. Und das ist zum Beispiel so ein Tool, wenn man selber schon vielleicht mit irgendwas Digitalem arbeitet, was was ähnliches macht. Das ist super dafür geeignet, Sachen erst mal runter zu schreiben, loszuwerden, aus dem Kopf rauszukriegen und sich dann in einem späteren Zeitpunkt Gedanken dazu zu machen.

Björn
Und das ist mein ganz Großer, wie ich meine. Als Coach geben wir selten Tipps und Ratschläge, aber das ist ein ganz großer Tipp, wenn man denn das Gefühl hat, es wird mir zu viel im Kopf aufschreiben, raus aus dem Kopf, weil dann fängt der Prozess, dass das Sortieren ja an in dem Moment und alles andere. Eisenhauer Matrix finde ich auch super priorisieren. Was ist wichtig, solche Geschichten. Und dann kommt da eigentlich Ordnung rein. Und wenn gar wenn man es allein nicht hinkriegt, zu einem Coach gehen oder sich sich irgendwie mit einem Partner unterhalten und fragen Wie können wir das lösen? Das wird mir zu viel. Aber ich glaube, das Allerwichtigste ist erst mal sich ein Bild davon machen. Was ist das überhaupt, was da alles in meinem Kopf sich anschaut?

Jan
Genau. Also im Großen und Ganzen die berühmte Analyse.

Björn
Genau.

Jan
Sachen sagen, die dann kommt. Und das ist ganz weg. Wir haben gesagt Liste aufschreiben, dann irgendwie strukturieren, priorisieren kann unheimlich weiterhelfen. Und dann, das hattest du gerade schon zu Beginn gesagt, es ist der nächste Schritt, auch kommunizieren. Also wenn man nicht nur alleine unterwegs ist, sondern das quasi auch in der Beziehung hat und da auch das Gefühl hat, da ist ein Stand und diese Beziehung muss jetzt nicht privat sein, die kann auch beruflich sein. Dann darüber sprechen? Okay, welche Themen liegenden an und wie wollen wir die angehen und wer geht sie an? Bis wann? Und so weiter, dass man einfach darüber spricht, damit sichtbar wird, was alles zu tun ist. Und damit auch klar ist, wieder eine Zuordnung sein kann. Und damit auch klar ist im Verständnis und in der Kommunikation. Warum ist mir das denn jetzt wichtig? Warum ist es der anderen Person denn jetzt vielleicht gerade nicht so wichtig? Oder warum denkt sie, das muss jetzt nicht passieren? Oder warum denkt sie, ich muss das tun?

Jan
Also erst wenn man darüber spricht, dann kann man auch ein Verständnis dafür gewinnen, warum vielleicht die Perspektive der anderen Person eine ganz anders ist. Vielleicht sieht die andere Person diese Themen auch gar nicht so oder hat sie bisher gar nicht auf dem Radar gehabt. Und alte Weisheit Was man nicht weiß, kann man nicht wissen. Wenn diese Person das nicht auf dem Radar hat, dann selbstverständlich wird sie sich nicht drum kümmern und wird da nichts tun. Das heißt nur wenn ich kommuniziere, dann kann es sichtbar werden. Und dann kann ich erstens von anderen entlastet werden oder natürlich auch ein Feedback dazu bekommen, wie man es gegebenenfalls tun kann. Bzw es wird auch für die andere Person sichtbar, was ich alles mache.

Björn
Nun also Thema Transparenz in Beziehungen, was wir ja auch neulich in einer Folge mal hatten.

Jan
Genau richtig. Und dann finde ich, kommt noch ein ganz wichtiger Punkt dazu. Und da ist jetzt eigentlich auch das Gegenüber gefragt und das kann man vielleicht auch aktiv als Wunsch kommunizieren, dass also nach Möglichkeit auch eine Wertschätzung dafür da ist, für das, was getan wird. Also dass man sowohl wertschätzend damit umgeht, wenn man gegenüber etwas tut, dass man Danke sagt, als auch Wertschätzung erfährt, wenn man selbst etwas tut. Und das kann eben auch wirklich für Alltagsdinge der Fall sein. Und das kann sein im Büro, dass du sagst Danke, dass du den Termin heute so toll moderiert hast. Danke, dass du diese Termine hier koordiniert hast oder wie auch immer. Das kann im Privaten sein. Danke, dass du heute die Zeit genommen hast, was Leckeres zu kochen, oder danke, dass du dich ständig um die Wäsche kümmerst oder so was, dass man halt einfach mal tatsächlich solche Dinge sagt. Und das geht ja in beide Richtungen. Vielleicht ist auch eine Person dabei, die macht eher die Wäsche und die andere macht den Garten.

Jan
Aber dafür mal Danke zu sagen, zeigt der Person auch, dass es wahrgenommen wird. Und das kann einem oder das kann sehr, sehr viel helfen. Ich finde, wir können gar nicht oft genug Danke sagen für das, was andere Menschen tun und was teilweise auch als selbstverständlich erachtet wird.

Björn
Ja, ich glaube, selbstverständlich ist ja eigentlich gar nichts. Also das ist, selbst wenn man dann ja selbst, das rutscht einem ja selber auch oft raus, selbst wenn man sich, wenn man dann Danke bekommt, sagt man ja klar es doch ist doch logo ist das selbstverständlich. Aber das ja, genau, aber das ist, das muss man sich halt auch darüber im Klaren sein, dass im Prinzip nicht selbstverständlich ist, weil wir ja alle völlig autarke Lebewesen sind und uns niemand wirklich dazu verpflichtet, irgendetwas für wen anders zu machen.

Jan
Ja, aber.

Björn
Das ist vielleicht.

Jan
Habe ich.

Björn
Ja, aber das ist wieder eine andere Folge. Wir können meine Erfolge zu Wertschätzung machen. Werde ich ganz spannend.

Jan
Ja, okay, das habe ich noch in dem Zusammenhang. Und zwar ist es natürlich so Wir haben jetzt darüber gesprochen, wie geht man jetzt mit diesem Overload um? Eine andere Frage ist da natürlich auch noch Wie kann man präventiv so etwas auch vermeiden? Und da ist glaube ich auch wichtig, dass man auch hier wieder auf sich achtet und tatsächlich auch einfach für sich einen gesunden Lebenswandel pflegt. Also es kann auch einfach mal helfen, rauszugehen, sich Zeit für sich zu nehmen, Sport zu machen, auf andere Gedanken zu kommen. Nicht quasi nur in diesem Gedankenkarussell hängen, sondern auch mal tatsächlich dem Gehirn andere Aufgaben geben. Das kann also auch schon mal zu, sage ich mal, Pausen und Entlastung Auszeiten für für den eigenen Kopf führen und ist da natürlich auch auf jeden Fall mit mit anzubringen. Das heißt also eigentlich wie immer, es ist besser, präventiv unterwegs zu sein, also vorzubeugen, als dann später die Symptome zu behandeln.

Björn
Ja, zusätzlich natürlich auch das, was wir jetzt eben gesagt haben, wie man das verringern kann. Wenn es schon eingetreten ist, wirkt das ja auch alles präventiv. Also Kommunikation wirkt schon im Vorfeld auch präventiv, weil dann vielleicht auch jemand anders schon sagen kann Moment, das könnte auch ein bisschen viel werden. Die Reflexion von jemandem, jemand anderem von außen kann ja auch schon viel bewirken. Also sehr spannendes Thema finde ich und sehr, sehr vielschichtiges Thema. Wir hoffen, ihr habt was mitgenommen heute, weil ich glaube oder wir glauben eigentlich, dass das ein Thema ist, das jeden schon mal umgetrieben hat, das jeder schon mal erlebt hat, dass es ein bisschen zu viel wurde und man da auch auf Unverständnis gestoßen ist um sich herum. Deswegen hoffen wir, dass wir euch ein bisschen was mitgeben konnten, wir das in Zukunft vielleicht für euch selbst optimieren könnt oder auch bei anderen unterstützen. Wirken könnt. Wir bedanken uns fürs Zuhören. Wir freuen uns, wenn ihr uns treu bleibt und wir sagen Bis nächste Woche.

Björn
Ich sage Tschüss. Und der Jan sagt Auf Wiederhören.

Jan
Bis zum nächsten Mal.

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