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Coach&Coach: STRESS

5. August 2022

Der Begriff Stress wird immer häufiger benutzt, immer mehr versetzt uns in diesen Zustand: der Job, die Partnerschaft, Autofahren, usw. . Auch im Coaching hören wir den Begriff Stress immer häufiger.
Aber woher kommt der Begriff überhaupt und muss Stress unbedingt etwas negatives sein? Ist es nicht sogar eine wichtige Funktion unseres Körpers, die uns zu Höchstleistungen bringen kann? In dieser neuen Folge von Coach&Coach gehen Jan Gustav Franke und ich den Ursachen aber auch dem Nutzen von Stress auf die Spur.

Listen on Apple Podcasts

Hier die Transkription des Podcast:

Jan
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Coach und Coach mit Björn Bobach und Jan Franke. Und ich sage Hallo Björn.

Björn
Hallo Jan.

Jan
Wir sprechen heute über ein Thema, was in aller Munde ist. Und zwar ist es das Thema Stress und Stress ist. Tja, geliebt, gehasst. Man kann es gar nicht so richtig sagen. Einige lieben es, davon zu sprechen, wie gestresst sie sind. Andere hassen es, dass sie so unter Stress leiden. Und wir wollen es heute mal näher damit auseinandersetzen, was es damit überhaupt auf sich hat. Was springt dir denn sofort in die Gedanken, wenn du an Stress denkst, Björn?

Björn
Der erste Gedanke, den ich habe, ist, dass das ein Begriff ist, der eigentlich erst mal etwas Neutrales darstellt, nämlich die Anregung eines Systems. Also ein System wird in Stress versetzt. Bedeutet Das System ist angeregt und reagiert schneller und intensiver. Aber so wie der Begriff jetzt benutzt wird, ist es eigentlich eine. Es wird ja immer, also meist negativ formuliert, dass das, wenn man man fragt Na und, wie geht’s so? Hach, ich bin so gestresst und ich habe ja so einen Stress und es wird quasi immer darüber lamentiert, dass man ja so gestresst ist. Aber das ist ja eigentlich nicht die ursprüngliche Bedeutung. Die ursprüngliche Bedeutung ist ja eigentlich Ich bin, dass Stress etwas ist, was ein ein System, ein einen Organismus, einen Menschen, ein Tier, was auch immer. Erst mal in Alarmbereitschaft versetzt, in einen anderen Zustand versetzt.

Jan
Ja, genau. Wir stellen uns immer ganz plastisch vor Wir laufen mit unserer, mit unseren Freunden durch die historische, sehr historische Landschaft und ein Säbelzahntiger erscheint. Dann würde quasi unser System anspringen. Der Stress geht los, Adrenalin wird ausgeschüttet, das Herz schlägt schneller, die Magen Darm Aktivität verringert sich und wir sind bereit, entweder zu kämpfen oder zu flüchten. Das sind quasi die beiden Möglichkeiten. Und eins von beiden tut man dann auch. Und sagen wir mal, man überlebt diese Begegnung mit dem Säbelzahntiger Tiger. Dann würde sich danach dann auch durch diese Reaktion, also den Kampf oder die Flucht, auch alles das im Körper wieder abbauen an Hormonen. Und so weiter und so fort an physiologischer Reaktion, dass man danach auch wieder in einem ausgeglichenen Zustand wäre. Und dann wäre eigentlich alles wieder gut. Das wäre quasi ein Minimal oder ein akuter Effekt. Und jetzt, wenn wir heute darüber sprechen, dass wir gestresst sind, dann geht es halt insbesondere auch um so eine Dauerbelastung und so ein Dauerstress, der auch gar nicht die Möglichkeit erfährt, abgebaut zu werden.

Jan
So, da kommen wir gleich noch mal im Detail drauf. Aber das ist vielleicht das, weshalb man heute, jetzt in der Art und Weise über Stress spricht oder wie man darüber spricht. Aber grundsätzlich ist es ja so Stress kann negativ sein, Stress kann aber auch positiv sein.

Björn
Und eigentlich so, wie du es selbst gerade beschrieben hast. Ist ja das Beispiel mit dem Säbelzahntiger. Zeigt ja, dass es eigentlich was positives ist. Also egal ob ich jetzt flüchte oder kämpfe. Es ist ja beides eine positive Entscheidung für mein eigenes Überleben. Also ich leg mich nicht auf den Rücken und bin entspannt und lasse mich von dem Säbelzahntiger einfach mal so auffressen, sondern ich kämpfe um mein Überleben. Das ist also eigentlich etwas Positives. Und wie du gesagt hast, dieses heute ist es halt eher. Ich möchte fast sagen, man könnte gestresst meistens so wie es jetzt benutzt wird durch genervt ersetzen. Also wenn jemand zu mir sagt Hach, ich bin so gestresst, das und das und das könnte er auch sagen, ach, ich bin so genervt, das und das. Und das ist fast immer austauschbar.

Jan
Mag sein. Mag sein. Kommen wir aber jetzt einmal zu diesem, zu diesem Stress zurück und wir sagen also es gibt, wenn man sagt, es gibt trotzdem positiven und negativen. Wie er wirkt oder wir, wie er scheint. Dann haben wir gesagt Ursprünglich kommt es daher, dass man in Alarmbereitschaft versetzt wird oder in einem angeregten Zustand. Sagen wir mal so, und wenn man jetzt heute spricht von Stress, dann gibt es da den sogenannten Stress. Das ist positiver Stress. Das könnte beispielsweise ein Stress sein, der Vorfreude ist, oder ein Hobby, das wir haben und das uns dann quasi auch anregt. Also Lampenfieber in einem positiven Sinne könnte auch eine Form von positivem Stress sein in diesem Zusammenhang und oder eine.

Björn
Deadline.

Jan
Zum Beispiel. Das ist jetzt die Frage. In der Tat eine Deadline. Wenn du dir die selbst gesetzt hast und das als Motivation empfindest und toll findest, dann würde ich sagen, es wirkt positiv, wenn du die von einer anderen Person vorgesetzt bekommen hast und dann gesagt wird, das hat bis dahin fertig zu sein. Dann könnte es auch eher tatsächlich in Richtung negativen Stress gehen. Die Frage ist immer letzten Endes Wie fühlt es sich an? Fühlt es sich eher positiv oder negativ an und wie wirkt es dann auf den Körper? Genau.

Björn
Genau. Aber du sagst ja richtig. Könnte es von außen kommt. Aber es ist. Es ist tatsächlich eine höchst subjektive Geschichte. Das fällt. Der persönliche Blick und das eigene Empfinden ist ja etwas ganz Entscheidendes. Aber ich habe dich unterbrochen. Du warst jetzt eigentlich beim Stress und jetzt kommt sehr wahrscheinlich das Gegenteil.

Jan
Genau das sind wir beim Distress. Und der führt eben dazu, dass es sich eher nicht so positiv auf den Körper auswirkt. Insbesondere wenn es dann eben über die Dauer kommt. Also tatsächlich eine permanente Stressbelastung da ist. Wobei ich auch sagen würde, auch der positive Stress kann irgendwann über kippen. Also auch aus einer prinzipiell positiven Sache kann dann auf Dauer mal was Negatives werden, wenn es sich halt geht oder wenn es halt keine keine Ruhe davon gibt. Oder wenn es sich halt irgendwo auch nie die Möglichkeit ergibt, dass man es auch abbauen kann. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt bei dem ganzen Thema Stress. Das ist also einerseits diesen Stress auslösende Moment gibt oder eben diesen Faktor, der uns stresst, der halt irgendetwas in uns auslöst. Es sollte dann aber idealerweise eben auch die Möglichkeit geben, das abzubauen und dann im Prinzip danach wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Und immer dann wird es problematisch, wenn das eben nicht eintritt und man im Grunde immer nur noch mehr Stress aufbaut. Beispiel aus dem beruflichen Alltag Man hat eine stressige Phase und man hat sehr, sehr viel zu tun.

Jan
Und eine tolle Sache, wie man beispielsweise Stress loswerden kann, ist durch Sport oder durch Bewegung im Allgemeinen, durch Ablenkung, durch Hobbies. Das sind alles Dinge, die auch den Geist wieder frei machen, wo man auch tatsächlich wirklich sich abreagieren kann, wie man ja auch sagt und wo man dann tatsächlich auch Stresshormone wieder loswird. Also Adrenalin. Und so weiter dann abgebaut wird, wenn das nicht erfolgt. Und ganz oft sind das ja die Ventile, wozu man neigt dann die als erstes einzustellen, dass man sagt Ja gut, dann geh ich heute halt nicht zum Sport oder ich gehe nicht zur Massage oder ich gehe nicht zu meinen Hobbys, sondern ich arbeite einfach durch. Dann ist das zwar vielleicht mal eine kurzfristige Lösung, um mehr Arbeit zu erledigen, aber auf Dauer führt das tatsächlich dazu, dass man eigentlich diese Stressreaktion nicht los wird, dass man das nicht abbaut und dass dann eben im Körper auch weitere Stoffe ausgeschüttet werden, dass der Cortisol Spiegel ansteigt und dass das dann auch mit Dauer dann tatsächlich einen effekt auf die gesundheit hat.

Jan
Und das nachweisbar, weshalb es eben so wichtig ist, dass man auch die Möglichkeit hat, genau das abzureagieren. Und um jetzt noch mal mit diesem Gleichnis aus der alten Zeit zu kommen, dass man halt irgendwie mit diesem Säbelzahntiger umgeht, also entweder kämpft oder wegrennt, aber irgendwie eben auch dem Körper die Möglichkeit gibt, das alles wieder loszuwerden, was sich da eigentlich angestaut hat.

Björn
Also Ausgleich für Ausgleich sorgt? Genau.

Jan
Genau das mal so als grobe Einordnung. Und das hattest du aber gerade schon gesagt. Das ist ja auch eine unheimlich persönliche Sache, ob ich jetzt Stress empfinde oder ob ich die nicht empfinde.

Björn
Und da würde ich.

Jan
Eigentlich mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun.

Björn
Ja, und da würde ich ganz gerne direkt auf dein Beispiel mal hinaus. Ich habe ja hier in dem Podcast auch schon mal erwähnt, dass ich mal gesungen habe, also Opern gesungen habe und. Dass das der Stress vor einer Premiere ist. Eigentlich ein Paradebeispiel dafür, wie unterschiedlich es ist, mit solch einer Situation umzugehen war das Ergebnis so unmittelbar messbar ist. Es gab da eigentlich immer zwei Gruppen. Die eine Gruppe war die, die diesen Stress vor so einer Premiere, dieses Hinarbeiten auf dieses Datum, auf diesen einen Termin, dann das erste Mal vor richtigem Publikum, vor einem vollen Haus. Positiv genutzt hat, das Ganze so als Kick empfunden hat und dann eigentlich zu Höchstleistung aufgelaufen ist an diesem einen Abend. Und dann gab es das andere Lager, die hat das fertig gemacht, die hat das runtergedrückt, die sind nicht angetrieben und die sind nervös geworden und unsicher geworden und haben dann eher abgebaut zu dem Termin. Und das Spannende ist, dass Können hatte damit überhaupt nichts zu tun. Also es war jetzt völlig egal, wie gut jemand singen konnte oder schauspielern konnte, der auf der Bühne stehen konnte.

Björn
Es war völlig egal. Das war alleine die Sicht darauf, was an diesem Termin wichtig ist oder wie was an diesem Termin passieren wird. Die unterschiedliche Auswirkungen des Stress verursacht hat. Und das war für mich so ein Paradebeispiel oder ist für mich so ein Moment, wo mir ganz klar geworden ist okay, meine eigene Sicht formt halt auch, wie ich mit so was umgehe, wenn ich Angst davor bekomme. Und wenn ich das zulasse, dass der Stress mich verängstigt. Das Gleiche gilt ja auch für das Beispiel mit dem Säbelzahntiger. Wenn ich in Schockstarre verfalle, wird mich das ja eher wird mir das ja eher schaden. Aber wenn ich es als Energie Geber sehe, als Antreiber sehe, ist es was unheimlich Positives. Ich habe damit sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht, weil tatsächlich ich erlebt habe, dass ich dann durch diesen Stress an so einer Premiere mehr Energie hatte als in allen anderen Vorstellungen.

Jan
Ja, das ist so und jetzt ist ja die Frage Ist das naturgegeben? Ist das nicht naturgegeben, wie man jetzt darauf reagiert auf solche Situationen? Muss man einfach damit leben, wenn es einem damit nicht gut geht? Wenn man leicht in Stress verfällt? Und die gute Botschaft ist Nein, muss man nicht daran arbeiten. Es fällt sicherlich auch einzelnen Personen leichter oder schwerer. Und es kommt halt auch immer ganz darauf an, woher kommt man und was ist man gewohnt. Das heißt, auch da gibt es so etwas wie eine Desensibilisierung, sage ich jetzt mal ohne Gewöhnungseffekt. Das heißt, wir passen uns auch an unterschiedliche Stresslevel an, beispielsweise ich habe gerade schon im Vorgespräch das Beispiel gebracht, ich komme ja aus dem wunderschönen Ostfriesland, einer sehr beschaulichen Gegend mit Autobahnen, die zweispurig sind, wenn überhaupt welche existieren und wo in der Regel wenig Menschen fahren. Es sei denn, es sind Ferien in Nordrhein Westfalen. Und das heißt im Umkehrschluss auch, dass man da jetzt nicht sonderlich viel Verkehr Stress gewohnt ist. Beispiel Als ich ins Rheinland gezogen bin, also bevor ich ins Rheinland gezogen bin, bin ich jede Autobahn umfahren, auf der ein Stau war.

Jan
Also weil ich es mir gar nicht vorstellen könnte, dass es für mich eine Option wäre, irgendwo im Stau zu stehen. Seitdem ich im Rheinland wohne und morgens damit lebe, dass im Radio nur die Staus ab 20 Kilometer Länge genannt werden, hat sich das deutlich verändert. Das heißt, die erste Zeit war ich hier unheimlich gestresst. Wenn du auf einmal hier auf 80 spurige Autobahn fährst, in denen einfach sehr, sehr viel los ist und irgendwann musst du trotzdem aufpassen, dass du das so nicht einschläfst. Selbst auf heikelsten Verkehrssituationen, weil es halt einfach gewöhnt bist. Das heißt der Körper passt sich an, aber die ersten Male bist du halt einfach sehr, sehr alarmiert usw, das heißt das nutzt sich ab. Und so kann es halt eben auch in anderen Situationen sein. So kann es sein, dass sich beim Beispiel wie bei dir jetzt gerade auch über das Singen über die Zeit eine gewisse, ein gewisses Selbstvertrauen mit mit einstellt, eine gewisse, auch erfahrung von referenz erlebnissen, weil man da schon viele positive erfahrungen damit möglicherweise gemacht hat.

Jan
Die meisten Künstler werden sagen, das Lampenfieber geht nie ganz weg, das ist auch ganz gut, aber man kann es vielleicht auch unterschiedlich deuten. Es ist dann nicht mehr so alarmierend oder so beängstigend, was da passiert, sondern man merkt schon, der Körper geht vielleicht eher in eine aktivierte Reform hinein, in der man dann auch seine Leistung abrufen kann. Und man kann das vielleicht auch so positiv empfinden. Und das ist eben genau dieser Punkt. Wir gewöhnen uns an Situationen und wir können uns auch an diese Situationen, Stresssituationen gewöhnen, indem wir uns mental darauf vorbereiten, indem wir uns schon mental vorher in die Lage versetzen. Was wird denn dort passieren, dass wir uns da hinein empfinden, dass wir überlegen, wie werden wir damit umgehen, wie können wir uns dabei fühlen? Und da kann man unheimlich viel dran arbeiten. Das ist quasi die die mentale Vorarbeit. Und das andere ist auch, dass man sich erst mal überhaupt diesen Situationen stellt und das mitmacht. Und das ist ja schon ein Punkt, da kann es auch schon heikel werden, wenn man da wirklich große Sorge vor hat, vor bestimmten Situationen.

Jan
Denn es gibt ja auch Menschen, die neigen eher dazu, sich dann der Situation zu entziehen beispielsweise.

Björn
Und dass das, was du jetzt gerade gesagt hast, ist ja genau das Entscheidende, also die, wenn mein eigener Erfahrungshorizont etwas ist, dass ich in solchen Situationen eher schlecht abschneide. Vielleicht bin ich mal schlecht bewertet worden. Also zum Beispiel als Sänger habe ich mal eine schlechte Kritik bekommen. Oder in anderen Fällen habe ich vielleicht Fehler gemacht, als ich gestresst war und war ich ein bisschen flüchtig, habe Fehler gemacht in einer anderen Art von Arbeit und habe schlechtes Feedback bekommen und da Konsequenzen daraus gehabt. Wenn sich sowas dann verselbstständigt, dann kann da natürlich was ganz anderes draus werden, was am Ende viel, viel größer ist. Und wie du eben auch schon gesagt hast, daran kann man ja wunderbar arbeiten, da kann man mit Imagination Übung arbeiten, mit Konditionierung arbeiten. Mit dem tatsächlichen Stellen reframing genau das ganze für die nicht coaches zu hören in einen anderen Rahmen, in einen anderen Kontext setzen, aus einem anderen Blickwinkel betrachten hilft da sehr sehr viel und auch erst mal verstehen, warum man überhaupt so reagiert. Dann ist ja bei den meisten schon ganz, ganz viel gewonnen, wenn man sich einfach darüber im Klaren sind, warum man zum Beispiel in dem Moment, wo dieser Stress kommt, der einem auch helfen könnte, Wut, den der Körper ja auch auslöst, um uns zu helfen, um uns mehr Energie zu geben.

Björn
Warum uns das vielleicht dann eher eine Situation bringt, wo wir uns nicht wohlfühlen, die uns eher schaden könnte. Und das kann man relativ leicht, würde ich sogar sagen, ausfindig machen. In einem Gespräch mit dem Coach oder auch über Selbstreflexion. Interessant ist auch, um noch mal bei dem Beispiel, mit dem mit dem Lampenfieber und dem der Premiere zu bleiben ist, weil wir eben auch den den Rat, der das Thema hatten, dass man dem Körper auch Zeit geben muss, um sich davon zu erholen, was ihn da, was ihn da heimgesucht hat. Die zweite Aufführung ist gefürchtet am Theater. Da hat jeder auf der Bühne Angst vor, weil die zweite Aufführung tatsächlich die ist, wo nichts so richtig klappen will, wo ganz viel schiefgeht. Und das ist, dass das. Das lässt sich fast gar nicht verhindern. Das war in meiner Karriere fast immer so, dass die zweiten Aufführungen tatsächlich die waren, die von totaler unter Spannung geprägt waren und wo man wirklich merkte, es sind alle jetzt im wahrsten Sinne des Wortes alle.

Björn
Die Energie ist weg, die Energie ist verpulvert und deswegen macht ein guter gute Disposition im Theater. Die zweite Vorstellung, auch möglichst weit nach der Premiere, ist meistens, leider immer am nächsten Tag, das meistens so, aber wenn man da ein bisschen Zeit zwischen hat, ist das ein bisschen wenig auffällig. Aber es ist tatsächlich ganz spannend, weil da hast du genau den Effekt, dass der Stress Energie verbrät, die man eigentlich erst wieder auffüllen müsste.

Jan
Ja, das ist. Führt uns dazu, auch noch einmal darüber zu sprechen. Was sind denn überhaupt Reaktionen? Stressreaktion Woran merkt man denn überhaupt, dass man gestresst ist? Und da sollte man sicherlich auch noch mal etwas darauf achten, denn das kann ganz, ganz unterschiedlich sein und es kann sich auf einer gefühlt Gefühlsebene abspielen, dass man also einfach merkt, man fühlt sich gestresst, man fühlt sich irgendwie gehetzt, man fühlt sich vielleicht auch einfach unwohl in seiner, in seiner Haut. Tatsächlich ist gereizt, kann aber auch dahin gehen, dass wenn es zu viel wird, dass man sich einfach tatsächlich zurückzieht oder dass man antriebslos wird. Auch das ist eine Möglichkeit, wie man quasi auf Stress reagieren kann oder was da im Prinzip ein Symptom sein kann. Und genauso gibt es körperliche Reaktionen auf Stress in dem Zusammenhang. Also es gibt die Reaktion, dass man einen erhöhten Puls hat, dass man erhöhte Schwitzen hat, Übelkeit, Bauchschmerzen, schlechter Sensibilität. Genau. Schlechter Schlaf ist dann auch schon wieder ein weiterer. Ein weiterer Punkt in dem Zusammenhang.

Jan
Aber auch Dinge, die man vielleicht gar nicht damit in Verbindung bringt. Das kann eben auch Kopfschmerzen sein, aufgrund auch von unter Umständen Verspannungen. Das können Rückenschmerzen sein, das kann hingehen bis zu tatsächlich wirklich wirklichen, auch ernsten Geschichten, die sich dann körperlich auswirken über eine Fehlstellung, die man verkrampfter Weise hat, bis hin zu zu auch Bandscheibenvorfälle oder so etwas. Das kann gehen bis Haarausfall, schlechtes Haut, Bild, Impotenz alles ist möglich. Tatsächlich, das ist so weit. Kann man, kann man gar nicht schauen, wie, wie weiter im Grunde dann diese Auswirkung ist. Und es wird tatsächlich unterschätzt, womit das alles zu tun haben kann. Und deshalb ist es auch wichtig, dass man ein bisschen auf sich achtet und schaut Okay, was geht eigentlich gerade bei mir ab, wie ist meine Gesamtsituation und muss ich da vielleicht etwas mehr drauf achten? Die Sache wird quasi mit der Zeit schlimmer. Das heißt also ist es eher so, dass sich die die Anzeichen und die Symptome dann auch verstärken können über die Zeit, wenn man nichts tut.

Jan
Bei einer entsprechenden Stressbelastung, die kontinuierlich ist und um das erst gar nicht so weit kommen zu lassen, kann man aber natürlich auch relativ frühzeitig gegensteuern oder eben auch präventiv die ganze Zeit etwas tun. Und wir wären nicht unser Podcast, wenn wir nicht auch genau darüber nochmal sprechen würden. Was kann man denn tun, um gar nicht erst in diese Stress Falle zu gelangen? Ja und ich mache mir jetzt mal einfach Björn, was kann man denn tun?

Björn
Jede Menge. Also das erste ist natürlich unsere geliebte Achtsamkeit. Also das ist das, worüber wir ständig sprechen. Was eigentlich in jedem, bei jedem Thema irgendwie hilft, ist achtsam sein und achtsam auch mit sich selbst umgehen und darauf zu achten, auf die Signale zu hören, die einem der Körper sendet und auch der eigene Geist einem sendet. Der nächste Punkt ist körperlicher und geistiger Ausgleich. Also Sport ist natürlich immer sehr, sehr gut, um Stresshormone auch abzubauen. Also gerade Ausdauersport ist da besonders geeignet, aber halt auch geistiger Ausgleich bedeutet, wenn ich hoch konzentriert sein muss über sehr, sehr lange Zeit, Stunden am Tag, ist es für den Geist auch ganz gut, wenn er mal nicht konzentriert sein muss, sondern nur wahrnehmen und genießen kann bedeutet. Und das ist zum Beispiel etwas, was vielen sehr schwer fällt, dann aus diesem Denkapparat rauszukommen, dieses Abschalten. Und ich sag ja auch immer, ich steh da auch zu. Ich brauche dann nach Tagen, die von meinem Kopf, meiner Kopfarbeit sehr intensiv waren, auch einfach mal eine Weile, wo ich mir nun eine Serie auf Netflix anschaue oder ähnliches tue, wo ich einfach den Kopf mal runterfahren lassen kann und eben nicht dieses, dieses aktive Denken die ganze Zeit haben.

Björn
Daran ist auch überhaupt nichts verwerflich. Also Achtsamkeit haben wir. Wir haben Ausgleich, Sorgen auf körperlicher und auf mentaler Ebene. Was fällt dir noch ein?

Jan
Ich würde gerne die Beispiele vielleicht noch mal mit ergänzen, zusammen mit vielen Beispielen im Zusammenhang mit ergänzen körperlich Sport beispielsweise. Es kann auch sein, einfach eine Massage, sich mal was Gutes tun, irgendwo leichte Bewegung, einfach mal an die frische Luft gehen. Wir haben schon mal darüber gesprochen im Wald Baden Podcast, wie gut Natur auf uns wirken kann, wie uns das entspannen kann. Es ist aber auch Interaktion mit anderen. Einfach mal mit Freunden etwas unternehmen. Also soziale Interaktion. Es ist auch Interaktion mit Menschen, die uns lieb sind, vielleicht auch mit Partnern. Es kann sein, dass es eben auch tatsächlich körperliche Dinge sind, wie auch Sex. Es ist auch Zärtlichkeit im Sinne von gestreichelt werden usw, was dem Menschen wirklich guttut und wo man sich dementsprechend auch einfach ja über die entsprechenden Hormone, Ausschüttung usw wirklich besser fühlen kann. Das ist viel, was man tun kann. Es ist aber eben wichtig, dass man es tut. Und hier ist eben dieser Impuls der wichtige, den man sich auch selbst dabei geben muss.

Jan
Denn in gestressten Situationen neigen wir dazu, eigentlich in der Regel genau das weiter zu tun, was wir aktuell tun. Beispielsweise arbeiten beispielsweise uns eben auch privat ein Thema vielleicht noch konkreter beschäftigen, weil wir irgendwie zu einer Lösung kommen wollen. Aber wir müssen eigentlich mal raus, wir müssen uns abreagieren, wir müssen auf andere Gedanken kommen, damit wir dann tatsächlich auch uns im Kopf entspannen und dann vielleicht auch wieder kreativ auf andere Lösungen kommen können. Und ein Punkt, der aus meiner Sicht auch noch oder zwei Punkte, die da auch noch mal ganz wichtig sind, sind auch allgemeiner Lebenswandel. Und das ist eben wiederum das Thema Ernährung. Das heißt, eine ausgewogene Ernährung ist unheimlich wichtig. Auch dazu neigt man leider, dass man innerhalb von Stresssituationen eher die Hälfte Frust Schokolade oder Stress Schokolade ist oder Fastfood oder so was. Aber auch da ist eine gesunde Ernährung sehr, sehr gut und ganz wichtig und total unterschätzt. Und wahrscheinlich einer der krassesten Faktoren, der bei uns in der Gesellschaft einfach viel gemanagt wird, ist das Thema Schlafen.

Jan
Denn wenn wir nicht ausgeruht sind, wenn das Gehirn nicht ausgeruht ist, dann ist es viel Stress anfälliger. Dann kann es viel weniger diese Impulse und Reize auch kompensieren und damit umgehen. Und deshalb ist es unheimlich wichtig, dass man wirklich gut schläft, regelmäßig schläft und Dinge sein lässt, die den Schlaf beeinträchtigen können. Und dass das insbesondere abends noch Koffein Konsum ist es Alkohol oder Drogenkonsum vor dem Schlafen. Und es ist halt eben auch die zu kurze Schlaf Dauer. Die WHO empfiehlt tatsächlich acht Stunden pro Tag zu schlafen und das wird für die meisten viel sein. Es gibt genug Menschen, die sagen Ich komme auch mit deutlich weniger aus. Ich bin auch mit fünf oder sechs Stunden am Tag fit. Aber auch da gibt es genug Studien darüber, die nachweisen, dass das wirklich ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung ist, die damit tatsächlich klar kommen. Und die Folgen, die sind teilweise kurz, aber auch langfristig und das wird oftmals wirklich unterschätzt. Also diesen Punkt schlafen ist glaube ich so langweilig es klingt, aber es ist, glaube ich, ein ganz, ganz wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang.

Björn
Jetzt ist für mich eine Frage, die wir hier noch stehen haben und ich weiß nicht, ob wir das noch schaffen, in dieser Folge das endgültig zu klären. Muss man sich vor Stress schützen? Ich persönlich bin ja der Meinung, das habe ich jetzt ja auch schon ein paar Mal gesagt, dass Stress eigentlich nichts Negatives ist. Also ich glaube nicht, dass man sagen muss, man muss Stress von sich fernhalten. Ein stressfreies Leben zu suchen ist glaube ich nicht realistisch und auch gar nicht im Sinne der Natur, weil der Stress uns ja eigentlich, wenn das ja eine physikalische Reaktion ist, die uns zu etwas befähigt. Aber ich glaube tatsächlich, dass es sehr wichtig ist, wie du gesagt hast, den Ausgleich zu finden, sehr bewusst auch den Ausgleich zu suchen und im Übrigen auch ganz oft den Ausgleich im genau Gegenteiligen zu suchen. Da kam mir eben bei deiner Schilderung auch noch das Beispiel, wenn ich einen Job habe, der mich zum Beispiel mit sehr vielen Interaktionen den ganzen Tag mit anderen Menschen sein lässt, wo ich die ganze Zeit eigentlich im Austausch bin mit Kunden, Gesprächen oder oder, oder ist sehr wahrscheinlich der Ausgleich eher der Rückzug, die Stille, die Ruhe, das auf sich selbst konzentrieren.

Björn
So als Beispiel noch was, was da ausgleichen könnte. Also ich glaube tatsächlich, dass das Annehmen von Stressen sagen okay, das stresst nicht, das ist eine stressige Situation, wie gehe ich damit um, wie hilft mir das und wie sorge ich anschließend für Ausgleich? Ein gesunder Umgang damit ist eine Vermeidung von Stress. Eine Verdrängung von Stress kann glaube ich wieder eine ganz andere Form von Stress auslösen, also eine sehr negative Form, weil irgendwann wird es sich rächen. Wenn ich immer dem, dem, dem, dem Handlungsdruck ausweiche, wird der ja immer stärker. Und ich glaube tatsächlich, eine Vermeidung von Stress ist deswegen im Endeffekt gar nicht möglich und auch nicht gesund. Ich würde das.

Jan
Unterschreiben.

Björn
Ich sehe, dass du weißt, dass ich das sehen unserer Zuhörer nur. Leider nicht. Ja, wunderbar. Wir hoffen, ihr habt heute was mitnehmen können zu diesem, wie ich finde, sehr wichtigen Thema, weil es auch wieder in der Anmoderation ja schon gesagt hat, eigentlich in aller Munde ist und wird dieses Wort Stress ich bin gestresst eigentlich jeden Tag in irgendeiner Form hören, wahrnehmen oder vor allem auch selber formulieren. Wir hoffen, es hat euch gefallen. Wir hoffen, ihr bleibt uns gewogen. Wenn ihr Bemerkungen, Anregungen oder Wünsche für zukünftige Themen hat, findet ihr die Kontakte Kontaktdaten, besser gesagt unten in der Podcast Beschreibung. Und ich sage ganz einfach wie immer Jau und der Jan darf sich verabschieden, wie wir es gewohnt sind.

Jan
Auf Wiederhören.

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